Deutschland

K+S erwartet, dass hohe Kalipreise die Gasknappheit kompensieren, behält Ausblick bei

11. August (Reuters) – Der Kali- und Salzbergbaukonzern K+S (SDFGn.DE) bekräftigte am Donnerstag seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr, da er erwartet, dass höhere Düngemittelpreise die Auswirkungen einer potenziellen Gasknappheit in Deutschland ausgleichen werden.

Der Konzern bestätigte seine April-Prognose für das Kernergebnis (EBITDA) im Jahr 2022 in einer Spanne von 2,3 bis 2,6 Milliarden Euro (2,37 bis 2,67 Milliarden US-Dollar), hat nun aber ein Gasengpass-Szenario in seine Berechnungen einbezogen.

Dieses Szenario gehe von einer Reduzierung der Erdgasverfügbarkeit um 25 % im vierten Quartal aus, was zusammen mit einer neuen Gasabgabe zu einer Kostenbelastung im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich führen würde, sagte Vorstandsvorsitzender Burkhard Lohr in einer Mitteilung.

Vorerst erwartet das Unternehmen, dass die Gasknappheit nur das letzte Quartal und Anfang 2023 betreffen wird, nicht das gesamte nächste Jahr, sagte Lohr gegenüber Analysten in einem Anruf.

Letzte Woche hat das deutsche Kabinett den Gasverbrauchern ab Oktober eine Abgabe auferlegt, um Lieferanten zu helfen, die von den explodierenden Importpreisen infolge der russischen Invasion in der Ukraine betroffen sind.

Die Kalinachfrage blieb aufgrund des begrenzten Angebots „deutlich“ unter dem Vorjahr, sagte Lohr, sagte jedoch, dass sich die Spotpreise in der zweiten Jahreshälfte auf hohem Niveau stabilisieren würden.

Westliche Sanktionen gegen die Konkurrenten Belaruskali aus Weißrussland und Russlands Uralkali (URKA.MM), die zusammen etwa ein Drittel der weltweiten Kaliproduktion ausmachen, haben den wichtigsten Pflanzendünger knapper und teurer gemacht.

Auch Lohr wies Bedenken wegen Niedrigwasser an den Standorten des Konzerns an der Werra zurück und sagte, K+S rechne nicht mit Stillständen, da alternative Speicherbecken genutzt werden könnten.

Unterbrechungen in seinem Hauptminennetz haben das Unternehmen in den letzten Jahren aufgrund von Umweltauflagen geplagt, die die Einleitung von salzhaltigem Abwasser, einem Nebenprodukt der Verarbeitung von Kaliumerz, einschränken.

Das EBITDA von K+S hat sich im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr auf 706 Millionen Euro mehr als versechsfacht und damit die durchschnittliche Prognose der Analysten von 664 Millionen Euro übertroffen.

K+S-Aktien stiegen um 4 % bei 1002 GMT.

($1 = 0,9720 Euro)

Zusätzliche Berichterstattung von David O’Sullivan in Danzig und Patricia Weiss in Frankfurt; Bearbeitung von Rashmi Aich und Milla Nissi

Bild & Quelle: Reuters

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