Deutschland

Die Moral der deutschen Anleger sinkt, da die Inflation die Rezessionsangst schürt

BERLIN, 16. August (Reuters) – Die Stimmung deutscher Anleger ist im August leicht gesunken, da Bedenken bestehen, dass die steigenden Lebenshaltungskosten den privaten Konsum beeinträchtigen werden, und darauf hindeuten, dass Europas größte Volkswirtschaft in eine Rezession kippt.

Das Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW teilte am Dienstag mit, dass sein Wirtschaftsstimmungsindex von -53,8 im Juli auf -55,3 Punkte gefallen ist. Eine Reuters-Umfrage hatte auf einen Wert von -53,8 im August hingewiesen.

„Die weiterhin hohen Inflationsraten und die zu erwartenden Mehrkosten für Heizung und Energie führen zu sinkenden Gewinnerwartungen für den privaten Konsumsektor“, sagte ZEW-Forscher Michael Schroeder in einer Mitteilung.

„Dagegen verbessern sich die Erwartungen für den Finanzsektor aufgrund der vermeintlich weiter steigenden kurzfristigen Zinsen“, fügte er hinzu.

Die deutsche Wirtschaft stagnierte im zweiten Quartal, der Krieg in der Ukraine, steigende Energiepreise, die Pandemie und Versorgungsunterbrechungen brachten sie an den Rand eines Abschwungs. Die Inflation liegt bei 8,5 %.

Finanzminister Christian Lindner sagte vergangene Woche, die Wirtschaftslage in Deutschland verschlechtere sich und die Aussichten seien fragil.

Thomas Gitzel, Ökonom bei der VP Bank, erwartet, dass die Wirtschaft im dritten Quartal schrumpfen wird.

„Die Rezession hat also bereits begonnen, da auch für das Schlussquartal 2022 keine Besserung zu erwarten ist“, fügte er hinzu. „Auch für Anfang 2023 gibt es kaum Anlass zu hoffen, dass sich die Situation wieder verbessert.“

Einige führende deutsche Unternehmen sind dennoch optimistisch.

Der Lkw-Hersteller Daimler Truck (DTGGe.DE) sagte letzte Woche, er werde die Preise hoch halten, auch wenn bestimmte Kosten zu sinken beginnen, um die seit letztem Jahr niedrigeren Margen auszugleichen, und prognostizierte, dass die Nachfrage trotz Rezessionsängsten bis 2023 stark bleiben werde.

„Wir erwarten ein starkes Jahr 2023 – die Nachfrage wird die Angebotsseite überflügeln“, sagte Vorstandsvorsitzender Martin Daum.

Ein ZEW-Index zur aktuellen Lage in Deutschland fiel von -45,8 im Vormonat auf -47,6.

Schreiben von Paul Carrel Redaktion von Madeline Chambers und Mark Potter

Bild & Quelle: Reuters

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