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Von der Gaskrise heimgesucht, verzeichnet der deutsche Konzern Uniper einen Nettoverlust von 12,5 Mrd. USD

FRANKFURT/DÜSSELDORF, 17. August (Reuters) – Der deutsche Energieversorger Uniper, der sich im vergangenen Monat eine staatliche Rettungsaktion in Höhe von 15 Milliarden Euro sicherte, meldete für das erste Halbjahr einen Nettoverlust von 12,3 Milliarden Euro (12,5 Milliarden US-Dollar), hauptsächlich aufgrund geringerer russischer Gaslieferungen gezwungen, woanders zu höheren Preisen einzukaufen.

„Uniper spielt seit Monaten eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung der deutschen Gasversorgung – zum Preis von Milliardenverlusten durch den starken Rückgang der Gaslieferungen aus Russland“, sagte Vorstandsvorsitzender Klaus-Dieter Maubach.

Uniper (UN01.DE), Deutschlands größter Importeur von russischem Gas, sagte, mehr als die Hälfte des Nettoverlusts sei auf deutlich reduzierte Gaslieferungen aus Moskau zurückzuführen, wodurch die Flüsse über die Nord Stream 1-Pipeline auf nur ein Fünftel reduziert wurden.

Der Verlust beinhaltet auch Wertminderungen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro im Zusammenhang mit der gekündigten Nord Stream 2-Pipeline, die Uniper finanziell unterstützt hat, sowie Firmenwerte seines russischen Unternehmens Unipro (UPRO.MM).

Im Rahmen der staatlichen Rettungsaktion beteiligt sich Deutschland mit 30 % an Uniper und hat über den staatlichen Kreditgeber KfW (KFW.UL) Kreditlinien in Höhe von 9 Milliarden Euro zugesagt, von denen 5 Milliarden Euro in Anspruch genommen wurden.

„Dadurch wird eine Kettenreaktion verhindert, die viel mehr Schaden anrichten würde. Unsere oberste Priorität ist jetzt die zügige Umsetzung des Stabilisierungspakets“, sagte Maubach. Uniper erwartet, dass das Paket auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im Herbst verabschiedet wird.

Auch für 2022 könne Uniper keinen Ausblick geben, sondern gehe lediglich von einem Verlust aus. Die Gewinne sollen sich im nächsten Jahr verbessern, und das Ziel sei es, die „Verlustzone“ Anfang 2024 zu verlassen, sagte Finanzvorstand Tiina Tuomela.

Uniper sagte, dass die aktuelle Situation in Russland im schlimmsten Fall zu einer Enteignung oder einem Kontrollverlust über Unipro führen könnte, an der sie 83,7 % hält, die sie aber so schnell wie möglich verkaufen will.

($1=0,9821 Euro)

Berichterstattung von Christoph Steitz; Redaktion von Uttaresh.V und Edmund Blair

Bild & Quelle: Reuters

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