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EXKLUSIVE Bundesregierung sieht Probleme bei Kohle- und Ölversorgung – Dokument

BERLIN, 24. August (Reuters) – Deutschlands Regierung ist besorgt über mögliche Probleme mit der Kohleversorgung für Kraftwerke im Herbst und Winter aufgrund von Niedrigwasser am Rhein und der Ölversorgung in östlichen Teilen des Landes, ein Dokument gesehen von Reuters sagte.

Europas größte Volkswirtschaft versucht, ihre Abhängigkeit von russischer Energie zu verringern. Wochenlang kritisch niedrige Wasserstände auf dem Rhein haben jedoch die Logistik gestört und Deutschlands Energieprobleme verstärkt, da die Industrie aufgrund eines starken Rückgangs der russischen Energieimporte vorübergehend auf mehr Kohle und Öl umstellt.

„Aufgrund der stark reduzierten Inlandsschifffahrt könnten die angesammelten Kohlevorräte schnell sinken“, heißt es in einem Dokument mit dem Titel „Energy Supply Assessment“, das vom Wirtschaftsministerium erstellt und Reuters eingesehen wurde.

„Zusätzliche Speicherstandorte, die in Süddeutschland beschafft wurden und werden, werden voraussichtlich bis zum Winter nicht gefüllt sein“, so das Blatt mit Blick auf das südwestliche Bundesland Baden-Württemberg, Heimat des Kraftwerksbetreibers EnBW (EBKG.DE).

Sie zitierte den niedrigen Rheinwasserstand, der die Menge an Kohle verringert habe, die mit Binnenschiffen transportiert werden könne.

Eine deutliche Besserung sei nicht zu erwarten, hieß es in dem Blatt, und ein überlastetes Bahnsystem biete wenig Entlastung.

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch ein Gesetz zur Priorisierung des Energietransports auf einem Teil der Schienennetze des Landes verabschiedet.

Der russische Gasriese Gazprom (GAZP.MM) hat die Gasflüsse nach Deutschland über die Nord Stream 1-Pipeline auf 20 % der Kapazität reduziert und dabei technische Probleme angeführt. mehr lesen Berlin nennt den Schritt angesichts der Sanktionen Europas gegen Russland wegen dessen Invasion in der Ukraine politisch motiviert.

Das Dokument sagte auch, dass die Ölversorgung in den nordöstlichen Gebieten zu einem Problem werden könnte.

Die Raffinerien Schwedt und Leuna werden aufgrund eines EU-Ölembargos ab Ende des Jahres auf Öl aus russischen Pipelines verzichten, was zumindest zu höheren Preisen führen werde, hieß es in der Zeitung.

Sowohl die Raffinerien in Leuna als auch in Schwedt könnten zu 75 % ausgelastet sein, heißt es in dem Dokument.

Schwedt beliefert weite Teile Ostdeutschlands, darunter den Berliner Flughafen. Bemühungen, dieses Gebiet mit Raffinerieprodukten aus westlichen Regionen zu versorgen, könnten aufgrund von Eisenbahnengpässen auch auf Transportprobleme stoßen, heißt es in dem Dokument.

„Hohe Nachfrage und knappe Transportkapazitäten im Schienengüterverkehr führen zu einer herausfordernden Situation in der Öllogistik. Einige Produkte aus Raffinerien können nicht bewegt werden“, heißt es in dem Dokument.

Berichterstattung von Markus Wacket in Berlin Schreiben von Madeline Chambers Redaktion von Matthew Lewis

Bild & Quelle: Reuters

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