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Morning Bid: Vorsichtiger Unterton, Warten auf Jackson Hole

Ein Blick auf den kommenden Tag auf europäischen und globalen Märkten von Anshuman Daga.

Während asiatische Aktien am Donnerstag bescheidene Gewinne verbuchen konnten, herrscht unter den Anlegern große Vorsicht vor einer möglicherweise entscheidenden Versammlung der Zentralbanken.

Die Märkte warten darauf, dass die US-Notenbank ihr Engagement zur Bekämpfung der Inflation verdoppelt, da der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, auf ihrem jährlichen Gipfeltreffen in Jackson Hole, Wyoming, eine Rede halten wird.

Europa ist noch chaotischer.

Die Eurozone steht vor dem doppelten Schlag sich verschlechternder Wachstumserwartungen, während das Risiko einer weiter steigenden Inflation zunimmt.

Die Marktaufmerksamkeit richtet sich auf das am Donnerstag anstehende Protokoll der letzten geldpolitischen Sitzung der Europäischen Zentralbank, das wahrscheinlich restriktiv klingen wird.

Die EZB erhöhte die Zinssätze im vergangenen Monat um mehr als erwartete 50 Basispunkte auf null Prozent, und Ökonomen erwarten kein Nachlassen der Zentralbank, da sie versucht, die galoppierende Inflation auszumerzen.

Die Daten zum Bruttoinlandsprodukt in Deutschland, die im Juniquartal voraussichtlich ein Nullwachstum aufweisen werden, sowie der IFO-Geschäftsklimaindex werden weitere Hinweise auf die Lage der größten Volkswirtschaft Europas geben.

Unterdessen werden die Analysten an den Aktienmärkten rückläufig, nachdem sie in den letzten zwei Monaten eine kurze Pause einlegen mussten.

Laut einer Umfrage von Reuters dürften Ängste vor Energieknappheit, anämischem Wachstum und steigender Inflation die europäischen Aktien zum Erliegen bringen.

Der Euro, der mit einem 20-Jahres-Tief von 0,99005 $ flirtet, wurde von Wachstumssorgen gebeutelt, wobei eine Energiekrise zu den düsteren Aussichten beitrug.

Die Renditen deutscher und britischer Anleihen sind in letzter Zeit in die Höhe geschossen, da sich die Anleger über die in die Höhe schießende Inflation ärgern, die kaum Anzeichen einer Abschwächung zeigt.

In Asien blieben Zinserhöhungen die große Sorge.

Die südkoreanische Zentralbank erhöhte als jüngste ihren Leitzins um 25 Basispunkte und signalisierte die Notwendigkeit weiterer Zinserhöhungen, um die Inflation einzudämmen, die auf fast 24-Jahres-Höchstständen angelangt ist.

Reuters-Grafiken

Wichtige Entwicklungen, die die Märkte am Donnerstag beeinflussen könnten:

Wirtschaftsdaten: Deutsches BIP Q2, deutscher IFO-Geschäftsklimaindex, französisches Geschäftsklima

EZB veröffentlicht Bericht über das geldpolitische Treffen im Juli

Symposium in Jackson Hole beginnt (endet am 27. August)

(Diese Geschichte korrigiert Tippfehler in der Überschrift)

Berichterstattung von Anshuman Daga; Bearbeitung von Sam Holmes

Bild & Quelle: Reuters

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