Europa

Europa stützt Energieunternehmen inmitten von Liquiditätsengpässen

FRANKFURT/OSLO, 9. September (Reuters) – Mehr europäische Energieunternehmen haben sich zusätzliche Gelder von Regierungen und Banken gesichert, da die steigenden Gas- und Strompreise nach Russlands Invasion in der Ukraine die Margin-Call-Anforderungen in die Höhe getrieben und ihre Barmittel verbrannt haben.

Mehrere europäische Regierungen haben Maßnahmen zur Bereitstellung von Krediten und Garantien für finanziell angeschlagene Unternehmen angekündigt, während die Energieminister der Europäischen Union am Freitag Dringlichkeitsgespräche über Maßnahmen zur Beruhigung des Marktes führten.

Energieversorger verkaufen Strom oft im Voraus, müssen aber im Falle eines Ausfalls eine „Mindestmarge“ hinterlegen, bevor sie den Strom liefern. Diese Anzahlung ist mit steigenden Strompreisen in die Höhe geschossen, sodass Unternehmen Schwierigkeiten haben, Bargeld zu finden, da viele Unternehmen hinsichtlich des Ausmaßes, in dem zusätzliche Kosten an Kunden weitergegeben werden können, begrenzt sind.

Hier ist eine Chronologie der Namen und Nummern:

9. Sept. – VNG (VNG.UL), einer der größten deutschen Importeure von russischem Gas und Teil der EnBW (EBKG.DE), bat die Regierung um Hilfe, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und die anfallenden Verluste aufzufangen.

8. Sept. – Die dänische Regierung hat angekündigt, Energieunternehmen Garantien in Höhe von 100 Milliarden Dänischen Kronen (13,6 Milliarden US-Dollar) zu gewähren.

8. September – Die britische Premierministerin Liz Truss sagte, dass ein Programm in Höhe von 40 Milliarden Pfund (46,5 Milliarden US-Dollar) eingeführt wird, um sicherzustellen, dass Energieunternehmen vor Liquiditätsengpässen geschützt sind.

6. Sept. – Equinor (EQNR.OL) aus Norwegen sagte, dass sich in Europa, ohne Großbritannien, die Summe der Nachschussforderungen wahrscheinlich auf mehr als 1,5 Billionen Euro (1,51 Billionen US-Dollar) belief.

6. Sept. – Die Schweiz hat für den Stromkonzern Axpo (AXPO.UL) ein finanzielles Sicherheitsnetz aufgespannt, nachdem sie im April Vorkehrungen für diesen Zweck getroffen hatte. Theoretisch erstrecken sich die Massnahmen auf die Branchenkollegen Alpiq und BKW (BKWB.S).

4. September – Finnland und Schweden haben zugesagt, Energieunternehmen Liquiditätsgarantien in Höhe von 10 Milliarden Euro bzw. 250 Milliarden schwedischen Kronen (23,7 Milliarden US-Dollar) anzubieten.

6. September – Finnlands Fortum (FORTUM.HE) unterzeichnete eine Überbrückungsfinanzierungsvereinbarung mit der staatlichen Investmentgesellschaft Solidium über 2,35 Milliarden Euro, um den Bedarf an Sicherheiten zu decken.

31.08. – Die österreichische Regierung gewährt der Stadt Wien eine Kreditlinie in Höhe von 2 Mrd. Euro, um den Energiekonzern Wien Energie mit Futures-Margen zu unterstützen.

29. August – Fortum sagte, es sei in Gesprächen mit dem finnischen Staat, wie es seinen Liquiditätsbedarf sichern könne.

29.08. – Der deutsche Konzern Uniper (UN01.DE) forderte mehr finanzielle Hilfe von der deutschen Regierung und erhöhte die Rechnung für die Rettung des Energieversorgers auf 19 Milliarden Euro.

($1 = 7,3625 Dänische Kronen)

($1 = 0,8597 Pfund)

($1 = 0,9904 Euro)

($1 = 10,5333 Schwedische Kronen)

Berichterstattung von Vera Eckert und Nora Buli; Redaktion von Miranda Murray und Edmund Blair

Bild & Quelle: Reuters

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