Europa

Googles langer Kampf mit den EU-Kartellbehörden

LUXEMBURG, 14. Sept. (Reuters) – Google erlitt am Mittwoch einen seiner größten Rückschläge, nachdem Europas zweithöchstes Gericht eine EU-Kartellentscheidung gegen das Unternehmen Alphabet (GOOGL.O) bestätigt hatte, weil es sein mobiles Android-Betriebssystem verwendet hatte, um Konkurrenten auszubremsen.

Das Bußgeld des Unternehmens wurde jedoch von 4,34 Milliarden auf 4,125 Milliarden Euro (4,13 Milliarden US-Dollar) reduziert, nachdem die Richter eine andere Begründung als die der Europäischen Kommission verwendet hatten. Der Betrag ist immer noch ein Rekord für einen Kartellverstoß.

Die EU-Kartellbehörde hat in drei Verfahren, die sich über mehr als ein Jahrzehnt erstrecken, insgesamt 8,25 Milliarden Euro an kartellrechtlichen Bußgeldern gegen die weltweit beliebteste Internet-Suchmaschine verhängt.

Hier ist eine Zeitleiste von Googles Kampf mit der EU-Wettbewerbsaufsicht über seine Geschäftspraktiken, die zahlreiche Beschwerden von Konkurrenten auf beiden Seiten des Atlantiks sowie von Verbrauchergruppen ausgelöst haben.

* 5. August 2022 – EU-Kartellbehörden haben App-Entwickler gefragt, ob Googles Drohung, Apps aus seinem Play Store zu entfernen, wenn sie andere Zahlungsoptionen anstelle seines eigenen Abrechnungssystems verwenden, ihrem Geschäft geschadet hat, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Reuters.

* 7. Juli 2022 – EU-Kartellbehörden geben an, dass sie die Videolizenzierungspolitik der Alliance for Open Media (AOM) untersuchen, zu deren Mitgliedern Google, Amazon (AMZN.O), Apple (AAPL.O) und Meta gehören.

* 27. Juni 2022 – Google ist das Ziel einer Kartellbeschwerde des dänischen Rivalen Jobindex für die Online-Jobsuche, in der behauptet wird, Google habe seinen eigenen Jobsuchdienst zu Unrecht begünstigt.

* 11. März 2022 – Die EU-Kartellbehörden leiteten eine Untersuchung zu einem Online-Werbedeal zwischen Google und Meta aus dem Jahr 2018 ein, der als Jedi Blue bekannt ist.

* 27. Sept. 2021 – Google ficht EU-Geldbuße in Höhe von 4,34 Milliarden Euro für Android bei einer fünftägigen Anhörung vor dem Gericht an.

* 22. Juni 2021 – Die EU-Kartellbehörden leiten eine Untersuchung des digitalen Werbegeschäfts von Google ein, um festzustellen, ob Google seine eigenen Dienste bevorzugt.

* 9. Juni 2021 – Google beugt sich dem Druck von Konkurrenten und lässt sie kostenlos konkurrieren, um die Standardsuchmaschine auf Android-Geräten in Europa zu werden, und erweitert damit ein Versprechen gegenüber den EU-Kartellbehörden zwei Jahre zuvor.

* 20. März 2019 – EU-Kartellbehörden haben Google mit einer Geldstrafe von 1,49 Milliarden Euro belegt, weil es Konkurrenten ein Jahrzehnt lang in der Online-Suchmaschinenwerbung behindert hat.

* 18. Juli 2018 – Die EU-Kartellbehörden verhängen nach dreijähriger Untersuchung eine Rekordstrafe von 4,34 Milliarden Euro gegen Google wegen seines mobilen Betriebssystems Android.

* 27. Juni 2017 – EU verhängt gegen Google eine Geldstrafe von 2,42 Milliarden Euro, weil es konkurrierende Vergleichswebsites vereitelt hat.

* 14. Juli 2016 – Die EU erhebt eine weitere Anklage gegen den Einkaufsdienst von Google. Außerdem wird dem Unternehmen vorgeworfen, Dritte, die sein Produkt AdSense verwenden, daran gehindert zu haben, Suchanzeigen von Konkurrenten von Google anzuzeigen – ein drittes Verfahren gegen das Unternehmen.

* 20. April 2016 – Die EU sendet eine Anklageschrift an Google, in der die wettbewerbswidrigen Praktiken des Unternehmens in Bezug auf Hersteller von Android-Smartphones und -Apps dargelegt werden.

* 15. April 2015 – Die EU leitet eine Untersuchung zu Googles Smartphone-Betriebssystem Android ein.

* 15. April 2015 – Die EU klagt Google an, Konkurrenten seines Preisvergleichs-Shopping-Dienstes zu blockieren.

* Sept. 2014 – Joaquin Almunia, der damalige EU-Wettbewerbskommissar, sagt, dass er den Google-Fall nicht abschließen kann, bevor sein Mandat im Oktober endet.

* Mai 2014 – Almunia sagt, dass das Feedback von Beschwerdeführern entscheidend sein wird, um zu entscheiden, ob er die Zugeständnisse von Google akzeptiert.

* 5. Februar 2014 – Google verbessert seine Zugeständnisse in Bezug auf die Online-Suche.

* 2013 – Die Lobbying-Gruppe FairSearch reicht eine Beschwerde über Googles Android-Geschäftspraktiken bei der Europäischen Kommission ein.

* 25. April 2013 – EU bittet Konkurrenten und Nutzer um Feedback zu den Zugeständnissen von Google.

* 3. April 2013 – Google bietet Zugeständnisse in Bezug auf die Online-Suche und sein AdSense-Werbenetzwerk an, um wettbewerbsrechtliche Bedenken in der EU auszuräumen, ohne ein Fehlverhalten zuzugeben.

* 30. November 2010 – Die Europäische Kommission leitet eine Untersuchung zu Vorwürfen ein, dass Google seine marktbeherrschende Stellung bei der Online-Suche nach 18 Beschwerden missbraucht hat.

* 2010 – Microsoft beschwert sich über die Praktiken von Google im Zusammenhang mit seinem AdSense-Werbedienst.

* 3. November 2009 – Die britische Preisvergleichsseite Foundem beschwert sich bei der Europäischen Kommission über die Online-Suche von Google.

($1 = 0,9999 Euro)

Berichterstattung von Foo Yun Chee; Bearbeitung von David Evans

Bild & Quelle: Reuters

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