Heute ist der 19.04.2026 und die Unsicherheiten im Nahen Osten haben die Märkte erneut in Aufruhr versetzt. Die Sorge vor einem Wiederaufflammen des Iran-Krieges drückt nicht nur auf die Stimmung, sondern auch auf die Kurse der Kryptowährungen. Bitcoin (BTC) hat sich um 2,7 Prozent auf 75.043 US-Dollar verringert, während Ethereum (ETH) sogar um 4,1 Prozent auf 2.308 US-Dollar gefallen ist. Die Hintergründe dieser Entwicklungen sind in den Uneinigkeiten der Friedensverhandlungen zwischen den Kriegsparteien zu finden. Aktuell hat der Iran die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten, nach einer kurzen Öffnung wieder blockiert. Währenddessen berichten Medien von Kampfhandlungen aus dem Libanon, und Israel hat am Samstag Operationen gegen „Terrorzellen“ durchgeführt.
Ein weiterer tragischer Vorfall ereignete sich, als ein französischer Soldat bei einem Angriff auf UN-Friedenstruppen im Libanon getötet wurde, was die Hisbollah zur Verantwortung zieht. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf macht die Seeblockade durch die USA für die Einschränkungen des Schiffsverkehrs verantwortlich. Trotz dieser Spannungen bleibt der Ölpreis stabil, mit einem aktuellen Stand von 88 US-Dollar pro Barrel Brent. Der S&P 500 notiert mit 7.126 Punkten nur knapp unter seinem Allzeithoch.
Ein Waffenstillstand mit Bitcoin-Gebühr
Inmitten dieser angespannten Situation haben Iran, Israel und die USA einen Waffenstillstand im Irankrieg erzielt, was der Iran mit der Öffnung der Straße von Hormus beantwortet hat. Doch der Teufel steckt im Detail: Laut einem Bericht der Financial Times verlangt der Iran nun Gebühren für die Passage, die in Bitcoin zu zahlen sind. Diese Gebühr beträgt umgerechnet einen US-Dollar pro Barrel Rohöl. Hamid Hosseini, Vertreter der iranischen Union für Öl, Gas und Petrochemie, bezeichnete diese Gebühren als Zölle, und tatsächlich müssen Schiffe vor der Durchquerung geprüft werden, während leere Tanker freie Durchfahrt haben.
Um die Sicherheit während des Waffenstillstands zu gewährleisten, kontrolliert der Iran die Passage und legt die Konditionen für die Durchfahrt fest. Schiffe müssen sich vorab per E-Mail anmelden und die transportierten Güter offenlegen. Die iranische Seite antwortet mit den anfallenden Gebühren in Bitcoin, wobei die Schiffe nur wenige Sekunden Zeit haben, um die Zahlung zu leisten, um Rückverfolgbarkeit zu vermeiden. Ein durchschnittlicher Öltanker transportiert zwischen 800.000 und einer Million Barrel, was Gebühren von bis zu einer Million US-Dollar (ca. 14 BTC) bedeuten kann. Dabei kann die Abwicklung von Bitcoin-Zahlungen je nach Blockchain-Auslastung Minuten bis Stunden dauern.
Die Zukunft der Straße von Hormus
Krypto-Unternehmer und Befürworter zeigen sich optimistisch hinsichtlich der Nutzung von Bitcoin durch den Iran. Dennoch bleibt die Zukunft der Straße von Hormus ungewiss, da Israel seine Angriffe auf den Libanon ausweitet. Der iranische Außenminister bezeichnete diese Angriffe als Bruch des Waffenstillstands. Der genaue Wortlaut der Abmachungen zwischen den Kriegsparteien ist bisher unbekannt, was die Lage weiter kompliziert. Die Entwicklungen an der Straße von Hormus könnten nicht nur den Ölmarkt, sondern auch die Krypto-Märkte nachhaltig beeinflussen.