Die deutsche Lufthansa hat ihre Regionaltochter CityLine, die sich in einer finanziellen Schieflage befand, nun geschlossen. Diese Entscheidung geht einher mit der Streichung von 27 Flugzeugen aus dem Flugplan und der Entlassung oder Umverteilung von rund 2.000 Mitarbeitern. Die Maßnahmen sind notwendig, um die Auswirkungen von gestiegenen Treibstoffkosten und aktuellen Arbeitskämpfen abzufedern. Diese Einschnitte sind Teil einer umfassenden Strategie zur Kostensenkung und Kapazitätsreduktion, die auch die Stilllegung älterer Flugzeuge umfasst.
Die Schließung von CityLine könnte weitreichende Folgen für das Investitionskonzept der Lufthansa haben. Die Prognosen bis 2029 zeigen einen Umsatz von 46,2 Milliarden Euro und einen Gewinn von 1,9 Milliarden Euro, wobei ein jährliches Umsatzwachstum von 5,2 % und eine Gewinnsteigerung um etwa 0,6 Milliarden Euro erwartet werden. Der aktuelle Gewinn liegt bei 1,3 Milliarden Euro, während Analysten optimistisch auf einen Umsatz von fast 49,4 Milliarden Euro und einen Gewinn von etwa 2,3 Milliarden Euro blicken. Die Kapazitätsreduzierung könnte jedoch die Margenprognosen beeinflussen, abhängig davon, wie die Maßnahmen umgesetzt werden.
Hintergründe der Schließung
Die Lufthansa-Gruppe sieht sich nicht nur mit internen Herausforderungen konfrontiert, sondern auch mit externen Faktoren wie dem Iran-Krieg, der gestiegenen Kerosinkosten und Streiks. Insbesondere die veraltete Flotte, bestehend aus Flugzeugen vom Typ Bombardier Canadair CRJ, steht kurz vor der Ausflottung, um die Verluste der defizitären Regionalflug-Tochter zu verringern. Diese werden bis Ende des Jahres 2026 aus dem Verkehr gezogen, und die CityLine wird durch die neu gegründete Tochtergesellschaft Lufthansa City Airlines ersetzt.
Die Lufthansa hat den Flugbetrieb von CityLine bereits am 18. April 2026 eingestellt. Den Beschäftigten wurden Angebote für Anschlussbeschäftigungen unterbreitet, während Gespräche über einen Interessenausgleich und Sozialplan mit den Betriebspartnern von CityLine anstehen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat die kurzfristige Einstellung des Flugbetriebs scharf kritisiert, was die ohnehin angespannte Lage weiter kompliziert.
Strategische Neuausrichtung
Im Rahmen des Sparprogramms „Turnaround“, das 2023 ins Leben gerufen wurde, plant die Lufthansa, bis 2030 insgesamt 4.000 Stellen in der Verwaltung abzubauen. Dieser Schritt ist notwendig, da die Lufthansa nach der Corona-Pandemie weder beim Gewinn noch bei den Passagierzahlen das Niveau von vor der Krise erreichen konnte. Im Jahr 2024 erzielte die Airline einen Gewinn von 1,4 Milliarden Euro, was hinter den Möglichkeiten zurückblieb. Ein Blick auf das erste Halbjahr 2025 zeigt, dass die Kernmarke Lufthansa Airlines etwa 300 Millionen Euro Verlust gemacht hat.
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland und eine verminderte Anzahl von Business-Passagieren tragen zur Belastung der Airline bei. Darüber hinaus gibt es Probleme bei Boeing und Airbus, die zu Verzögerungen bei der Lieferung neuer Flugzeuge führen. Während die Lufthansa versucht, ihre Strukturen zu erneuern, wird sie mit Widerstand aus der Belegschaft konfrontiert, da Piloten für Streiks gestimmt haben, um höhere Beiträge zur Betriebsrente zu fordern. Um die Rentabilität zu steigern, plant die Lufthansa, die Langstreckenkapazität zu reduzieren und die Kerosinkosten durch neue Sparvorgaben zu senken.
Insgesamt steht die Lufthansa vor der Herausforderung, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und gleichzeitig die Struktur ihrer Flotte zu optimieren. Die aktuellen Maßnahmen zur Kostensenkung und Kapazitätsreduktion sind ein notwendiger Schritt, um den sich wandelnden Marktbedingungen gerecht zu werden und die Zukunft des Unternehmens zu sichern.