Heute ist der 19.04.2026. In der Uckermark, einer Region in Brandenburg, stehen die Zeichen auf Veränderung. Am Sonntag wird ein neuer Landrat gewählt, und die Kandidaten sind die amtierende Landrätin Karina Dörk von der CDU und Felix Teichner von der AfD. Bei einem jüngsten Kandidatenforum in Prenzlau, das von regionalen Wirtschaftsverbänden organisiert wurde, kamen rund 70 Unternehmerinnen und Geschäftsleute zusammen, um mehr über die Pläne der beiden Kandidaten zu erfahren.
Felix Teichner, der mit 35 Jahren in Prenzlau geboren wurde und 2019 in den brandenburgischen Landtag gewählt wurde, hat sich in der Region einen Namen gemacht. Er spricht beim Forum Themen wie Bürokratieabbau, Fachkräftemangel und die gestiegenen Energiepreise an. Mit einem Sieg könnte die AfD den ersten Landratsposten in Brandenburg erobern, was nicht nur für die Partei, sondern auch für die gesamte Region von Bedeutung wäre.
Wirtschaftliche Perspektiven und politische Herausforderungen
In der Uckermark, wo die Arbeitslosigkeit bei 11,3 Prozent liegt, ist der Druck auf die Politik groß. Teichner hat sich in seiner Rede auch für den Erhalt der PCK-Raffinerie stark gemacht und fordert schnellere Genehmigungen für Wohnungsbauprojekte. Die AfD hat bei vergangenen Wahlen über 30 Prozent der Stimmen erhalten und stellt somit die stärkste Fraktion im Kreistag der Uckermark. Diese Unterstützung hat zur Diskussion über eine mögliche Zusammenarbeit mit der AfD geführt, da viele Unternehmer eine Ausgrenzung der Partei als falsch empfinden.
Der Verband der Familienunternehmer hat kürzlich ein Kontaktverbot zur AfD aufgehoben, was zu gemischten Reaktionen führte. So haben bekannte Unternehmen wie Rossmann und Vorwerk aus dem Verband aus Protest ausgetreten. Jörn Klitzing von der IHK Ostbrandenburg betont die Notwendigkeit, allen relevanten Kandidaten eine Bühne zu bieten, was die aktuelle politische Diskussion umso brisanter macht.
Ein Blick auf die Wahl und ihre Bedeutung
Die Wahlberechtigten in der Uckermark, von denen rund 100.000 zur Stimmabgabe aufgerufen sind, entscheiden über die nächsten acht Jahre der Kreisverwaltung. Karina Dörk, die kürzlich zur Präsidentin des Landkreistages Brandenburg gewählt wurde, erhält Unterstützung von der SPD und anderen Parteien. Ihre Botschaft ist klar: Sie fordert eine Willkommenskultur für ausländische Fachkräfte, ein Thema, das Teichner in seiner Antwort jedoch nicht aufgreift.
Der Ausgang der Wahl könnte weitreichende Folgen haben. Ein Wahlsieg der AfD würde nicht nur die politische Landschaft in Brandenburg verändern, sondern auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Region beeinflussen. Die Uckermark ist nicht nur eine bedeutende Urlaubsregion, sondern auch ein Standort mit einer starken industriellen Basis, die es zu erhalten und auszubauen gilt.
Die bevorstehenden Landratswahlen in der Uckermark sind somit nicht nur ein politisches Ereignis, sondern auch ein Spiegelbild der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen die Region konfrontiert ist. Die Entscheidung, die die Wähler treffen, könnte weitreichende Auswirkungen auf die Entwicklung der Uckermark haben.