Am 17. Februar 2026 wurden 36 Haftpflichtversicherer für ihre überdurchschnittlich faire Schadenregulierung ausgezeichnet. Diese Anerkennung bestätigt, dass die kundenorientierte Regulierungspraxis zunehmend im Markt verankert ist. Die Auszeichnung ist ein Indiz dafür, dass faire Entscheidungen im Schadenfall mittlerweile als struktureller Standard über verschiedene Geschäftsmodelle hinweg gelten. Die Studie „Fairste Schaden- und Leistungsregulierung von Versicherern 2026“, durchgeführt von ServiceValue in Kooperation mit FOCUS-MONEY, beruht auf 61.782 Kundenurteilen, die aus einer bundesweiten Online-Erhebung gewonnen wurden.
Die ausgewählten Anbieter, die durchweg gute Bewertungen erhielten, sind:
| Anbieter | Bewertung |
|---|---|
| Ergo | 2,52 (Sehr gut) |
| CosmosDirekt | 2,52 (Sehr gut) |
| R+V | 2,54 (Sehr gut) |
| GEV Grundeigentümer-Versicherung | 2,55 (Sehr gut) |
| Generali | 2,58 (Sehr gut) |
| Provinzial | 2,59 (Sehr gut) |
| GVO Versicherung | 2,59 (Sehr gut) |
| Interlloyd Versicherungs-AG | 2,60 (Sehr gut) |
| LVM Versicherung | 2,60 (Sehr gut) |
| HUK-Coburg | 2,60 (Sehr gut) |
| ADAC Versicherungen | 2,61 (Sehr gut) |
Marktentwicklungen und Herausforderungen
Während die Ergebnisse der Studie positive Entwicklungen in der Schadenregulierung aufzeigen, steht die Versicherungsbranche gleichzeitig unter Druck. Faktoren wie steigende Regulierung, Inflation und volatile Kapitalmärkte prägen das aktuelle Umfeld. Zudem erfordert ein verändertes Kundenverhalten neue Wachstumsimpulse und führt zu intensiverem Verdrängungswettbewerb.
Da die Wechselbereitschaft unter den Kunden hoch ist, sehen sich viele Anbieter steigenden Stornoquoten gegenüber. Neue Risiken, wie der Klimawandel und Cybergefahren, machen innovative Produktgruppen notwendig. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) prognostiziert deshalb für 2024 ein Beitragswachstum von 7,8 % und zwischen 4,9 % und 7,2 % für 2025, auch wenn die Profitabilität, insbesondere in der Kfz-Versicherung, weiterhin unter Druck bleibt.
Transformation und Innovation in der Versicherungsbranche
Um in diesem herausfordernden Marktumfeld weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, sind Versicherer gezwungen, effizienter zu werden und gleichzeitig ihre Rentabilität sicherzustellen. Wichtige Maßnahmen zur Transformation umfassen die Prozessoptimierung und Effizienzsteigerung durch Automatisierung und Digitalisierung. Auch datengetriebene Geschäftsmodelle, welche die Nutzung von Kundendaten für individuelle Produkte und Risikoanalysen sowie innovative Vertriebsansätze vorantreiben, gewinnen an Bedeutung.
Darüber hinaus müssen Versicherer neue Vertriebskanäle nutzen, etwa durch Kooperationen mit InsurTechs oder durch Embedded Insurance. Eine kundenorientierte Produktgestaltung, die flexible, modulare Angebote beinhalten, wird zur Essenz erfolgreichen Handelns. Präventive Services, wie digitale Assistenten und IoT-gestützte Risikoprävention, tragen zur Stärkung der Kundenbindung und zur Reduzierung der Schadenkosten bei.
Die Transformation in der Versicherungsbranche ist unabdingbar, um Marktanteile zu sichern und den Herausforderungen, wie dem strategischen Change-Management, zu begegnen. Im Rahmen dieser notwendigen Anpassungen ist die Verzahnung von Vertrieb und Betrieb der Schlüssel zu profitablen Wachstumsstrategien.
Für detaillierte Informationen zur Methodik und den Ergebnissen der Studie klicken Sie bitte hier: ServiceValue sowie hier für weitere Brancheneinblicke: Handelsblatt.