In mehreren Ländern sind besorgniserregende Funde von Asbest in buntem Spielsand und Bastelsand gemacht worden. Die Verbraucherzentrale NRW berichtet, dass in Neuseeland, Australien, Belgien und den Niederlanden Proben derartiger Produkte belastet sind. Betroffen sind insbesondere gefärbte Sandspielprodukte wie „Magic Sand“, „Kinetischer Sand“ sowie Dekorationssand, die hauptsächlich aus China importiert werden.

Die Behörde hat eindringlich empfohlen, solche Produkte nicht mehr im Innenbereich zu verwenden, solange die genaue Asbestbelastung nicht geklärt ist. Besonders alarmierend ist, dass in sechs von zwölf getesteten Produkten in den Niederlanden Asbestnachweise erkannt wurden, mit Gehalten von bis zu fünf Prozent. In Australien und Neuseeland wurden bereits Ende 2025 Warnungen bezüglich bestimmter Marken, darunter „Educational Colours“ und „Kadink“, ausgesprochen.

Rücksichtsvolle Vorsichtsmaßnahmen

Die Verbraucherzentrale rät auch zu besonderen Vorsichtsmaßnahmen für bereits gekaufte Produkte. Sand, der bereits geöffnet wurde, sollte nicht in unmittelbarem Kontakt mit der Atemluft kommen, und es wird empfohlen, Reinigungsarbeiten so durchzuführen, dass kein Staub aufgewirbelt wird. Die Einhaltung folgender Richtlinien kann helfen, das Risiko zu minimieren:

  • Stäube des Sandes nicht einatmen.
  • Geschlossene Verpackungen nicht öffnen.
  • Wischen und reinigen mit nassen Lappen, um Staub zu vermeiden.
  • Den Sand in reißfeste Plastikbeutel oder luftdichte Behälter verpacken.

Im Falle von Verunreinigungen sollten Teppiche oder Polster mit speziellen Staubsaugern der Klasse H gereinigt werden, um eine weitere Verbreitung der möglicherweise schädlichen Partikel zu verhindern.

Erste Rückrufe und zukünftige Maßnahmen

Eine Liste von Produkten, die Asbest enthalten, wurde am 9. Februar 2026 vom Belgischem Wirtschaftsministerium veröffentlicht. Unter den betroffenen Marken befinden sich Artikel von Hobbycraft und viele Produkte, die über Webseiten wie Amazon verkauft wurden. Rückrufe wurden auch für spezifische Spielfiguren der Marke „Stretcherz Stretch Squad“ veranlasst, die in verschiedenen Einzelhandelshäusern, einschließlich Aldi Süd, angeboten wurden.

Der Asbest, der in diesen Produkten nachgewiesen wurde, gehört hauptsächlich zur Kategorie des Tremolit-Asbests, der als krebserzeugend gilt. Dies zeigt die Dringlichkeit, mit gefärbtem Sand, Bastelsand und Montessori-Sandspieltischen äußerst vorsichtig umzugehen, bis das Thema umfassend untersucht ist. Experten vermuten, dass der gefärbte Sand aus Gruben stammt, in denen Asbest natürlich vorkommt, und dass die Belastung je nach Charge variieren kann.

Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass normaler Spielsand für Sandkästen im Freien nicht betroffen ist. Dennoch ist es ratsam, beim Einkauf von Sandprodukten auf mögliche Asbestbelastungen zu achten und im Zweifelsfall eine direkte Rücksprache mit den Herstellern zu halten.

In Anbetracht der gesundheitlichen Risiken, die mit einer Asbestexposition verbunden sind, sollte die Nutzung von Produkttypen wie „Rainbow Sand“, „Glow Art Sand“ sowie alltäglichem Bastelsand kritisch hinterfragt werden. Vor einer Nutzung empfiehlt sich sorgfältige Überprüfung und gegebenenfalls Rückgabe oder Entsorgung des Materials als asbesthaltigen Abfall.

Die strengen Empfehlungen und die laufenden Untersuchungen unterstreichen die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit Spiel- und Bastelmaterialien, um die Sicherheit von Kindern und Erwachsenen zu gewährleisten.

Für weitere Informationen werden die Leser gebeten, die Artikel von Verbraucherzentrale NRW hier, von Apotheken Umschau hier und von Test hier nachzulesen.