Die Monate April und Mai gelten als die riskantesten für Wildunfälle in Deutschland. Laut Cash Online ist die Häufigkeit solcher Unfälle aufgrund zahlreicher Faktoren, darunter die erhöhte Aktivität von Wildtieren und schwierigere Sichtverhältnisse, stark angestiegen. Im Jahr 2025 verzeichnete die R+V Versicherung Schäden durch Wildunfälle in Höhe von rund 81 Millionen Euro.

Kfz-Experte Roland Richter beschreibt, dass die Zahl der Wildunfälle im April um etwa 50% und im Mai sogar um 60% im Vergleich zu den Eröffnungen im Februar steigt. Autofahrer müssen sich insbesondere auf Übergänge zwischen Wald- und Feldzonen einstellen, da hier die meisten Unfälle stattfinden. Es wird empfohlen, Warnschilder ernst zu nehmen und die Geschwindigkeit zu reduzieren, insbesondere in der Dämmerung, wenn die Sichtverhältnisse schwieriger sind.

Ursa Abhängigkeit von saisonalen Veränderungen

Die Unfallgefahr wird durch die Frühlingsaktivität der Wildtiere verstärkt; viele Tiere sind nach dem Winter auf der Suche nach Nahrung und begeben sich dafür oft auf die Straßen. Die Kombination aus längeren Nächten, häufigem Nebel und der tief stehenden Sonne trägt zusätzlich zu den Gefahren bei. Diese saisonalen Entwicklungen führen zu einem Anstieg der Wildunfälle, die in statistischen Erhebungen klar erkennbar sind. Im Jahr 2024 wurden über 276.000 Wildunfälle registriert, was mehr als 750 Unfälle pro Tag entspricht, und die Kfz-Versicherer mussten dafür über 1,1 Milliarden Euro aufbringen.

Mit dem Wechsel zur Winterzeit, der am 26. Oktober 2025 stattfindet, erhöht sich ebenfalls die Gefahr von Wildunfällen im Feierabendverkehr. Um dem entgegenzuwirken, raten ADAC und andere Versicherer, vorausschauend zu fahren und bei Sichtung von Wildtieren langsamer zu werden. Riskante Ausweichmanöver sollten vermieden werden, da Zusammenstöße mit anderen Fahrzeugen oft schwerwiegendere Folgen haben.

Verhalten nach einem Wildunfall

Falls es dennoch zu einem Wildunfall kommt, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Autofahrer sollten die Warnblinkanlage einschalten und die Unfallstelle absichern. Laut GDV muss in solchen Fällen die Polizei gerufen werden, die den zuständigen Jäger kontaktiert. Zudem ist es ratsam, ein Foto von der Unfallstelle und dem Tier zu machen. Verletzte oder tote Tiere sollten nicht angefasst werden, da deren Bergung der Aufgabe des Försters oder Jagdpächters obliegt.

Die Schäden durch Wildunfälle sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Für 2023 geben die Daten an, dass die Kosten dafür erstmals über eine Milliarde Euro hinausgingen, was nahezu drei Millionen Euro pro Tag entspricht. Die durchschnittlichen Kosten pro Wildunfall stiegen 2024 auf 4.100 Euro, was einen Anstieg gegenüber den Vorjahren bedeutet. Um gegen solche Risiken abzusichern, empfehlen viele Experten, eine Teil- oder Vollkaskoversicherung abzuschließen, die Schäden durch Kollisionen mit Haarwild abdeckt.

Insgesamt ist es entscheidend, dass Autofahrer sich der erhöhten Risiken bewusst sind und die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen treffen. Wirksame Maßnahmen und umsichtiges Fahren können einen signifikanten Beitrag zur Vermeidung von Wildunfällen leisten.