Essbare Algen erfreuen sich wachsender Beliebtheit als nährstoffreiche und nachhaltige Lebensmittel. Ein bundesweiter Marktcheck der Verbraucherzentralen hat jedoch gesundheitliche Risiken beim Verzehr von Algenprodukten aufgezeigt. Dabei wurden 19 verschiedene algenhaltige Produkte, darunter Salate, Snacks, Nudeln und Tee, hinsichtlich ihrer Jodgehalte untersucht. Die Ergebnisse sind alarmierend: Die Jodgehalte variierten zwischen weniger als 10 Mikrogramm und bis zu 8.720 Mikrogramm pro 100 Gramm Lebensmittel. Besonders beunruhigend ist, dass acht der getesteten Produkte den Richtwert von 2.000 Mikrogramm Jod pro 100 Gramm Trockenmasse überschritten haben. Leider tragen viele dieser Produkte nicht die empfohlenen Kennzeichnungen und entsprechende Warnhinweise.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine maximale tägliche Jodaufnahme von 500 Mikrogramm für Erwachsene, während das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schlägt vor, dass nicht mehr als 200 Mikrogramm Jod aus Algen stammen sollten. Dennoch können allein zwei Produkte, eine Dose veganer Thunfischersatz oder eine Portion Wakame-Salat, Jodmengen von 200 bis 315 Mikrogramm liefern, was die empfohlene Tageszufuhr schnell überschreiten kann. Trotz dieser hohen Jodgehalte blieb auch die Einschätzung der sicheren Jodaufnahme für Verbraucher:innen unklar, da viele Produkte keine verständlichen Angaben leisten.

Fehlende Kennzeichnungen und gesundheitliche Risiken

Die Untersuchung ergab, dass bei mehr als zwei Dritteln der Produkte, die als jodreich eingestuft wurden, Angaben zum Jodgehalt und zu empfohlenen Verzehrmengen fehlten. Zusätzlich wurden Sammelbezeichnungen wie „Meeresalgen“ oder „Seetang“ häufig verwendet, was eine genaue Beurteilung erschwert. Laut den Ergebnissen von verbraucherzentrale-bawue.de sind die Jodgehalte in Meeresalgen extrem schwankend und können je nach Erntezeit und Herstellungsbedingungen zwischen 500 und 1.100.000 Mikrogramm pro 100 Gramm Trockenmasse variieren.

Besonders besorgniserregend ist die entdeckte hohe Jodkonzentration in einigen Algenprodukten, die bei üblichem Verzehr gesundheitlich bedenkliche Werte erreichen können. Produkte wie Rooibostee mit Kombu wurden als unsicher eingestuft; bereits 50 Milliliter könnten ausreichen, um die tägliche Höchstmenge an Jod zu überschreiten. Forderungen zur gesetzlichen Regelung von Kennzeichnungen werden lauter, um die Verbraucher:innen zu schützen.

Empfehlungen für Verbraucher

Die Verbraucherzentralen empfehlen, beim Kauf von Algenprodukten besonders auf den Jodgehalt zu achten. Personen mit Schilddrüsenerkrankungen sollten ihre Jodaufnahme genau im Blick behalten und sich ärztlichen Rat einholen. Zudem ist es ratsam, die Zubereitungshinweise zu befolgen und die empfohlenen Verzehrmengen nicht zu überschreiten. Insgesamt bleibt der Appell an Hersteller und Gesetzgeber, klare und transparente Hinweise zur Jodkonzentration sowie zu einer sicheren Verzehrmenge zu geben.

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Die Herausforderungen in Bezug auf die Kennzeichnung und die Variabilität der Inhaltsstoffe erfordern umgehend Maßnahmen, um die Gesundheit der Verbraucher:innen zu gewährleisten. Zu diesem Zweck sollten Hersteller präzise Angaben zu Algenarten, Algenanteilen und möglichen Gesundheitsrisiken machen, um eine informierte Kaufentscheidung zu ermöglichen, wie auch verbraucherzentrale-hessen.de fordert.