Die Verbraucherzentralen warnen vor dubiosen Schreiben des Unternehmens „DerKundenClub“ aus Bulgarien, die aktuell an zahlreiche Menschen versendet werden. Diese Briefe begrüßen die Empfänger als neue Mitglieder einer Lotto-Spielgemeinschaft, obwohl nie ein Vertrag abgeschlossen wurde. Skepsis ist angebracht, denn der Anbieter behauptet, die Betroffenen seien aus einer vorherigen Glücksspielgemeinschaft „übernommen“ worden. Eine Ankündigung zur monatlichen Abbuchung von 79 Euro per SEPA-Lastschrift für die Teilnahme am Eurojackpot sorgt zudem für Verwirrung und Unsicherheit bei den Empfängern.
In vielen der Schreiben sind persönliche Bankdaten der Empfänger zu finden, was die Professionalität der Briefe unterstreicht. Dennoch haben die Betroffenen keine Vertragsbeziehung zu „DerKundenClub“ und haben der Teilnahme nie zugestimmt. Daher halten die Verbraucherzentralen die Vorgehensweise für unzulässig, da ein Vertrag nur mit Zustimmung beider Seiten zustande kommt. Entsprechende Beschwerden sind bereits in großer Zahl bei den Verbraucherzentralen eingegangen.
Wichtige Schritte für Betroffene
Die Verbraucherzentralen empfehlen, die Geldforderung im Falle unerlaubter Abbuchungen zu bestreiten. Wer keinen Vertrag abgeschlossen hat, sollte einen Widerspruch per E-Mail an info@derkundenclub.com oder info@derkundenclub24.com senden. Zudem wird geraten, keine Zahlungen zu leisten und kein SEPA-Lastschriftmandat zu erteilen. Empfänger sollten regelmäßig ihr Konto prüfen, da unautorisierte Abbuchungen innerhalb von acht Wochen zurückgebucht werden können.
Es ist zudem wichtig, keine weiteren persönlichen Daten preiszugeben und nicht telefonisch auf die Schreiben zu reagieren. Bei Verdacht auf Betrug sollte erwogen werden, eine Strafanzeige zu erstatten. Verbraucher, die unsicher sind, können die Beratungsstellen der Verbraucherzentralen aufsuchen, die interaktive Musterbriefe zur Unterstützung anbieten.
Online-Glücksspiel als wachsendes Problem
Die Problematik um das Glücksspiel wird nicht nur durch diese dubiosen Praktiken unterstrichen, sondern ist auch im Kontext von Online-Glücksspielen zu betrachten. Laut Berichten von Tagesschau gilt in Deutschland ein besonders alarmierender Zustand: Rund 1,3 Millionen Menschen sind als spielsüchtig eingestuft und 3,2 Millionen gelten als gefährdet. Der Umsatz der Online-Glücksspielanbieter hat sich seit 2018 europaweit verdoppelt, was eine ernsthafte Herausforderung für die öffentliche Gesundheit darstellt.
Der Glücksspielstaatsvertrag zielt darauf ab, Glücksspielsucht zu verhindern und die Suchtbekämpfung zu fördern. Allerdings wurde eine wichtige Vorgabe zum Spielerschutz im November 2022 außer Kraft gesetzt. Geheime Vereinbarungen zwischen den Bundesländern und Anbietern von Online-Glücksspielen unterlaufen gesetzliche Vorgaben, indem sie unter anderem die Schufa-G-Abfrage als Vermögensnachweis akzeptieren. Experten warnen, dass dies vor allem suchtgefährdete Personen in den wirtschaftlichen Ruin treiben kann.
Die Verbraucherzentralen raten zur Vorsicht und empfehlen, sich über die Risiken und Regelungen im Glücksspielbereich umfassend zu informieren. Bei unsicherem Handeln sollten immer die zuständigen Stellen konsultiert werden.



