Die Sorgen um die Verkehrssicherheit älterer Autofahrer nehmen zu. Laut einem Bericht von agrarheute tragen ältere Fahrer zunehmend die Hauptschuld an Unfällen mit Personenschäden. Diese Entwicklungen haben nicht nur die Prämien der Kfz-Versicherungen beeinflusst, sondern auch zu einer besorgniserregenden Praxis unter Versicherern geführt: ältere Menschen werden vermehrt aus den Verträgen gedrängt und sehen sich höheren Kosten gegenüber.

Die aktuelle Statistik des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass 2023 in 68,1 % der Fälle Menschen ab 65 Jahren Hauptverursacher von Verkehrsunfällen mit Personenschaden waren. Besonders alarmierend war der Wert für die über 75-Jährigen, der mit 76,7 % den höchsten Anteil aller Altersgruppen ausmachte. Dies könnte erklären, warum Versicherer Beiträge für diese Altersgruppe erhöhen oder sogar bestehende Policen kündigen.

Erhöhte Prämien und Altersgrenzen

Ältere Fahrer sehen sich häufig mit einem so genannten Alterszuschlag konfrontiert. Diese Praxis, bei der ab einem Alter von 68 Jahren Zuschläge auf den durchschnittlichen Versicherungsbeitrag erhoben werden, ist durch den Gesamtverband der Versicherer (GDV) mit statistischen Erkenntnissen und risikoadäquater Kalkulation begründet worden. Der GDV bestätigte, dass der Abschlag auf den Versicherungsbeitrag für Fahrer von 27 bis 41 Jahren bei bis zu 27 % liegt, während Fahrer von 63 bis 67 Jahren lediglich einen Abschlag von 6 % erhalten.

Verbraucherschützerin berichten zudem von einem „Höchstalter für Kunden“, ab dem Verträge unabhängig von unfallfreier Fahrweise und jahrelangen Beitragszahlungen gekündigt werden. Dies verschärft die Situation für viele ältere Verkehrsteilnehmer erheblich.

Schadenhäufigkeit und Unfallursachen

Die GDV-Statistiken basieren auf etwa 100 Millionen Versicherungsverträgen und zeigen, dass mit zunehmendem Alter auch die Schadenhäufigkeit steigt. In der Altersgruppe der über 65-Jährigen, die lediglich 22,3 % der Gesamtbevölkerung Deutschlands ausmacht, stellten sie 15,2 % der Unfallbeteiligten. Von 317.700 Autofahrern, die 2023 an Unfällen mit Personenschaden beteiligt waren, zählten 79.101 Personen ab 65 Jahren.

Die häufigsten Unfallursachen bei älteren Fahrern sind Missachtung der Vorfahrt (20,9 %) und Fehlverhalten beim Abbiegen (21,6 %). Im Vergleich dazu liegt der Anteil junger Erwachsener (18 bis 25 Jahre) an Unfällen bei 66,1 %. Es ist zudem zu beachten, dass ältere Menschen am Straßenverkehr seltener teilnehmen, was eine geringere Gesamtunfallbeteiligung zur Folge hat.

Im Jahr 2023 verunglückten 53.093 Menschen ab 65 Jahren im Straßenverkehr; 1.071 von ihnen starben, und 11.485 wurden schwer verletzt. Die analogen Zahlen verdeutlichen, dass ältere Menschen einem höheren Risiko für gravierende Verletzungen ausgesetzt sind, besonders als ungeschützte Fußgänger.

Zusammenfassend verdeutlichen die aktuellen Statistiken und Berichte, dass das Thema ältere Verkehrsteilnehmer zunehmend an Brisanz gewinnt. Versicherungspraktiken und statische Überlegungen gehen oft zulasten dieser Gruppe, was sowohl für die betroffenen Fahrer als auch für deren Angehörige und die Gesellschaft insgesamt alarmierend ist.