Airbus hat in den letzten Jahren in Hamburg stark expandiert und mehrere tausend Mitarbeiter eingestellt. Derzeit sind rund 20.000 Angestellte am Standort Finkenwerder beschäftigt. Für das Jahr 2026 plant das Unternehmen jedoch, die Einstellung neuer Mitarbeiter zu verlangsamen, während der Bedarf an Spezialisten im IT- und Werkerbereich weiterhin bestehen bleibt. Dies berichtet NDR.
Ein zusätzliches Element der Unternehmensstrategie umfasst signifikante Investitionen in Hamburg, einschließlich des geplanten Starts eines neuen Auslieferungszentrums. Dieses Neubauprojekt in Finkenwerder soll nicht nur der Empfang von Gästen und Vertragsunterzeichnungen dienen, sondern auch gastronomische Angebote umfassen. Airbus hat in der Region bereits über 600 Flugzeuge der A320-Familie erfolgreich in den Jungfernflug gebracht, mit 90 weiteren Maschinen in den Auftragsbüchern, hauptsächlich aus der A320-Serie.
Produktionsanpassungen und Lieferprobleme
Die Unternehmensstrategie steht jedoch vor Herausforderungen. So hat Airbus kürzlich seine Produktionsziele aufgrund von Unsicherheiten bei den Triebwerk-Herstellern angepasst. Das Ziel für die Produktion der A320-Familie wurde von ursprünglich 75 auf 70 bis 75 Flugzeuge pro Monat bis Ende 2027 reduziert. Diese Entscheidung ist eine direkte Folge der fehlenden Bestätigung über Triebwerkslieferungen, insbesondere aufgrund von Problemen mit dem Zulieferer Pratt & Whitney, der eng mit MTU Aero Engines zusammenarbeitet. Die Anpassung des Produktionsziels erfolgt vor dem Hintergrund, dass die aktuelle Produktionsrate bei rund 60 Maschinen pro Monat liegt, was eine erneute Verschiebung bedeutet, die seit Monaten zwischen Airbus und Pratt & Whitney diskutiert wird, ohne dass eine Einigung in Sicht ist. Normalerweise werden solche Vereinbarungen 18 Monate im Voraus getroffen, was die Situation verschärft, wie die Börsen-Zeitung berichtet.
Trotz dieser Herausforderungen plant Airbus für das Jahr 2023 die Auslieferung von 870 zivilen Flugzeugen. Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen die Produktion um 3,5% steigern, musste jedoch das angepeilte Ziel von 820 Auslieferungen verwerfen. Derweil stehen auf der Bestellliste insgesamt 8.754 Maschinen, da Airbus in diesem Jahr 889 neue Aufträge erhalten hat.
Finanzielle Ergebnisse und Marktentwicklung
Finanziell hat Airbus das Ergebnisziel für das vergangene Jahr leicht übertroffen. Der Umsatz stieg um 6% auf 73,4 Milliarden Euro, während das bereinigte EBIT um ein Drittel auf 7,13 Milliarden Euro anwuchs. Diese guten Ergebnisse stehen im Kontrast zu Analystenprognosen, die mehr Umsatz, jedoch einen geringeren Gewinn erwarteten. Für 2024 plant Airbus weiterhin, das bereinigte EBIT auf 7,5 Milliarden Euro zu steigern, bei einem operativen Mittelzufluss von rund 4,5 Milliarden Euro. Zudem soll die Dividende für Aktionäre um 20 Cent auf 3,20 Euro je Aktie erhöht werden, was den Rückgang der Börsenreaktion aufgrund der Streitigkeiten mit Pratt & Whitney nicht aufwiegt.
Airbus, gegründet im Jahr 2000 unter dem Namen EADS, hat sich als der größte Luft- und Raumfahrtkonzern Europas etabliert und bildet zusammen mit Boeing ein Duopol bei der Herstellung von kommerziellen Düsenjets. Seit 2019 ist Airbus auch Weltmarktführer in der Auslieferung von kommerziellen Flugzeugen. Im Bereich militärische Flugzeuge und Raumfahrt hat das Unternehmen ebenfalls einen signifikanten Fußabdruck. Der Ideenreichtum des Unternehmens zeigt sich auch in der Entwicklung neuer Technologien, wie dem elektrisch betriebenen Senkrechtsstarter und einem mit Wasserstoff betriebenen Passagierflugzeug, die jedoch im Frühjahr 2025 vorerst eingestellt wurden.