Die Stadt Altenkirchen blickt optimistisch in die kommenden zwei Jahre und plant ihren Doppel-Haushaltsplan für 2026 und 2027 ohne die Notwendigkeit von Kreditaufnahmen. Dies berichtet ak-kurier. Durch kluge finanzielle Entscheidungen und eine Erhöhung der Grundsteuer B, die im Juni 2025 von 530 auf 890 Prozentpunkte angehoben wurde, ist die Stadt nun finanziell handlungsfähig. Diese Maßnahme betrifft sowohl Eigentümer von Häusern und Wohnungen als auch Mieter und stellt eine wichtige Einnahmequelle für die Kommune dar, wie die Rhein-Zeitung betont.
Der Hauptausschuss des Stadtrates hat den Etat bereits einstimmig angenommen, jedoch steht die Genehmigung durch den gesamten Stadtrat noch aus. Von der finanziellen Stabilität profitiert die Stadt Altenkirchen auch durch Zuschüsse aus Mainz, die bis zu 70 Prozent für Sanierungsmaßnahmen im Rahmen des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) für 30 Hektar in der City bereitstellen.
Geplante Investitionen und Finanzen
Für die Jahre 2026 und 2027 sind wichtige Investitionen in verschiedene Projekte vorgesehen. Dazu gehören:
- Sanierung Schlossplatz und obere Wilhelmstraße: 925.000 Euro (2027: 853.000 Euro)
- Maßnahmen an der Stadthalle: 200.000 Euro (jeweils für 2026 und 2027)
- Abdeckung Tiefgarage Schlossplatz: 280.000 Euro (2027: 5.000 Euro)
- Maßnahmen auf Friedhöfen: 365.000 Euro (2027: 100.000 Euro)
- Ausbau Dammweg mit Buswendeanlage: 205.000 Euro (jeweils für 2026 und 2027)
Das Eigenkapital der Stadt zum 31. Dezember 2025 beläuft sich auf 23.740.311 Euro und wird bis Ende 2028 voraussichtlich auf 25.757.840 Euro steigen. Die erwarteten Erträge aus Gewerbesteuer und Grundsteuer B betragen jeweils 6,6 Millionen Euro bzw. 1,550 Millionen Euro im Jahr 2026 und 2027. Für die Umlagen an den Kreis sind im Jahr 2026 5,665 Millionen Euro (46,5%), und im Jahr 2027 5,092 Millionen Euro (47%) eingeplant.
Herausforderungen und Ausblicke
Die Finanzlage der Kommunen in Deutschland hat sich im Jahr 2023 erheblich verschlechtert. Ein aktueller Bericht der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass zahlreiche Städte, auch Altenkirchen, vor großen finanziellen Herausforderungen stehen. Die Steuereinnahmen stagnieren aufgrund einer schwachen Konjunktur, während gleichzeitig die wichtigsten Ausgaben wie Personal und soziale Leistungen ungebremst steigen, berichtet Difu.
Die Stadt Altenkirchen strebt durch ihre aktuellen Planungen an, den finanziellen Druck zu verringern, indem sie auf Fremdfinanzierungen verzichtet und stattdessen auf eigene Einnahmen setzt. Der Schuldenstand zum Jahresende 2025 liegt bei 2,508 Millionen Euro, was der Stadt Spielraum für zukünftige Investitionen ermöglicht.