Die aktuellsten Entwicklungen im Bereich der asiatischen Wirtschaft zeigen einen signifikanten Anstieg der Exporte in Halbleiter und Elektronik, was vor allem durch einen Boom in den AI-Investitionen ausgelöst wurde. Laut e-fundresearch sind insbesondere die USA für die hohe Nachfrage nach Chips und verwandten Produkten verantwortlich, die zu einem beschleunigten BIP-Wachstum in der gesamten Region führten. Im vierten Quartal 2025 profitierte Taiwan am stärksten von diesem Trend, mit einem BIP-Wachstum von fast 13 Prozent im Jahresvergleich – der höchsten Rate seit 1990.
Singapur verzeichnet ebenfalls beeindruckende Wachstumszahlen, da starke Nettoexporte zu einem BIP-Anstieg von beinahe 7 Prozent beitrugen. Diese positive Entwicklung wird jedoch in Südkorea durch Lieferengpässe gebremst, trotz eines höheren Exportwertes. Malaysia und Thailand hingegen sehen sich mit Herausforderungen konfrontiert, da ein hoher Importanteil dazu führt, dass Nettoexporte nicht zum Wachstum beitragen. Dennoch zeigen steigende Investitionen in KI-Rechenzentren in diesen Ländern ein wachsendes Potenzial.
AI-Investitionen als Wachstumsmotor
Die wirtschaftliche Zukunft Taiwans wird stark von der Nachfrage nach künstlicher Intelligenz geprägt. Hochleistungs-Chips und Server treiben die industrielle Entwicklung voran. Initiativen wie das „Ten Major AI Infrastructure Project“ unterstützen den Ausbau von KI-Anwendungen in Halbleiterdesign, Robotik und im Gesundheitsbereich. Die geplanten Investitionen in neue Produktionskapazitäten und Datenzentren sollen 2025 um mehr als 9 Prozent steigen, was von Experten als ein bedeutender Schritt zur Stärkung der taiwanesischen Wirtschaft angesehen wird, wie in einem Bericht von SECO erwähnt wird.
Für 2025 wird ein reales BIP-Wachstum von über 7,3 Prozent prognostiziert, wobei die hohen Wachstumsraten die Marktbeobachter überraschten, insbesondere angesichts der US-Zollpolitik. Für 2026 werden jedoch niedrigere Wachstumsraten zwischen 2,5 und 4,5 Prozent erwartet. Trotz der starken wirtschaftlichen Indikatoren bleibt die Kaufneigung der Konsumenten schwach, was auf moderate Lohnzuwächse und einen überreizten Immobilien- sowie Aktienmarkt zurückzuführen ist.
Internationale Handelsbeziehungen
Die Exporte Taiwans stiegen 2025 um knapp 32 Prozent, während die Importe um 21,3 Prozent zulegten. Ein Vorzieheffekt aufgrund bevorstehender US-Zollerhöhungen wird erwartet, dass er nachlassen wird. Informationen zur Zolltarifpolitik, die seit August 2025 provisorisch bei 20 Prozent liegt, zeigen, dass weitere Verhandlungen im Gange sind. Deutschland spielt eine zunehmend wichtige Rolle als Lieferant in der Halbleiterproduktion Taiwans, wobei eine engere Zusammenarbeit in Bereichen wie Automatisierung, Luft- und Raumfahrt sowie Life Sciences gefördert wird. Die bilateralen Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Taiwan sollen 2025 um 4 bis 5 Prozent wachsen, was durch eine positive Geschäftsklimaumfrage untermauert wird, in der knapp die Hälfte der deutschen Unternehmen optimistisch über die wirtschaftliche Entwicklung Taiwans sind.
Die gesamtwirtschaftliche Lage in Asien ist durch die rasanten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz geprägt, was sowohl Herausforderungen als auch bedeutende Wachstumschancen mit sich bringt.