Austalisches Verbrauchervertrauen zeigt Anzeichen der Erholung, während sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin herausfordernd gestalten. Laut MarketScreener ist das Vertrauen der australischen Verbraucher gestiegen, was auf eine verbesserte Einschätzung ihrer persönlichen Finanzen hinweist. Dies könnte jedoch nur ein Lichtblick in einer insgesamt schwierigen wirtschaftlichen Lage sein.

Die australischen Aktienmärkte zeigen ebenfalls gemischte Signale. Am Markt geben die Aktien nach, insbesondere die von CSL, die durch die Verschiebung des Impfstoff-Spinoffs belastet sind. Die Aussichten für die ASX Small-Cap-Aktien bleiben jedoch im Fokus, während die Gesamtmärkte von Inflationsdaten und dem Leitzins der Zentralbank beeinflusst werden

Wirtschaftliche Entwicklung

Die Wirtschaft Australiens wächst, jedoch langsamer als zuvor prognostiziert. Im Jahr 2024 betrug das Wachstum lediglich 1,3 Prozent, was unter den Erwartungen lag. Auch für 2025 gehen Volkswirte von einem BIP-Wachstum zwischen 1,7 und 1,8 Prozent aus, was ebenfalls unter den ursprünglichen Erwartungen von 2,5 Prozent zurückbleibt. Weitere Details liefert GTAI, das darauf hinweist, dass das reale Pro-Kopf-Einkommen seit über zwei Jahren fällt, was die Konsum-Erholung hemmt.

Der hohe Bevölkerungszuwachs, insbesondere durch Migration, belastet das BIP pro Kopf. In acht der letzten neun Quartale war dieser negativ. Die Zentralbank schätzt das Bevölkerungswachstum für 2025 auf 1,5 bis 2 Prozent und passt seine wirtschaftlichen Prognosen entsprechend an.

Inflation und Konsumverhalten

Die Kerninflation lag zu Beginn des Jahres 2025 bei 2,9 Prozent und innerhalb des Zielbandes der Zentralbank. Der private Konsum stieg im Jahr 2024 um 0,7 Prozent, wobei für 2025 ein Wachstum von 1,5 Prozent erwartet wird. Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt die Unternehmensstimmung gedämpft; viele Firmen kämpfen mit Rentabilitätsdruck und schwacher Nachfrage, was die Investitionen limitiert.

Die Zentralbank senkte im Februar 2025 den Leitzins von 4,35 auf 3,85 Prozent, um die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen. Dazu kommt, dass die Löhne im Durchschnitt schneller steigen als die Inflationsrate, was die Haushaltslage vieler Australier verbessert.

Rohstoffmarkt und Exporte

Australiens Rohstoffexporte, insbesondere Kohle, Eisenerz und Mineralien, sind entscheidend für die Exporterlöse, deren Preise jedoch auf Vor-Corona-Niveau gefallen sind. Für 2025 wird ein marginaler Anstieg der Exporte um nur 0,8 Prozent erwartet, während die Importe stärker ansteigen, was das Leistungsbilanzdefizit vergrößert.

Angesichts dieser Herausforderungen will Australien seine Position im Bereich der Lithiumförderung ausbauen und entwickelt Vorkommen seltener Erden, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. In diesem Kontext wird auch die strategische Partnerschaft mit der EU im Bereich kritische Rohstoffe betont, während die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen wieder aufgenommen wurden, jedoch ohne konkreten Zeitplan für die Unterzeichnung.