BASF steht vor herausfordernden Zeiten und verschärft sein Sparprogramm angesichts der anhaltenden Schwierigkeiten in der Chemieindustrie. Der Vorstandschef Markus Kamieth äußert, dass das Jahr 2026 als Übergangsphase mit deutlichem Gegenwind betrachtet werden muss. Die Prognose für den bereinigten Betriebsgewinn (EBITDA) liegt zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro, doch Analysten hatten auf Ergebnisse am oberen Ende der Spanne gehofft. In den letzten Tagen fiel die BASF-Aktie zwischenzeitlich um mehr als drei Prozent und gehört derzeit zu den Schlusslichtern im DAX.

Diese Entwicklung steht im Kontext einer rückläufigen Unternehmensbilanz für 2025. Hier sank das bereinigte operative Ergebnis um 686 Millionen Euro auf 6,6 Milliarden Euro. Zudem schrumpfte der Umsatz um knapp drei Prozent auf 59,7 Milliarden Euro. Dennoch stieg der Gewinn für Aktionäre von 1,3 Milliarden auf 1,6 Milliarden Euro, was teilweise auf Sondereffekte zurückzuführen ist. Die Dividende bleibt unverändert bei 2,25 Euro je Aktie.

Sparmaßnahmen und Stellenabbau

BASF führt ein ambitioniertes Sparprogramm durch, um den wachsenden Kostendruck zu bewältigen. Bis Ende 2025 sollen jährliche Kostensenkungen von rund 1,7 Milliarden Euro erreicht werden, was 100 Millionen Euro über dem ursprünglichen Ziel liegt. Für 2026 peilt das Unternehmen jährliche Einsparungen von 2,3 Milliarden Euro an, was auch über der ursprünglich setzten Zielmarke von 2,1 Milliarden Euro liegt. Die Einmalkosten für dieses Sparprogramm belaufen sich auf insgesamt 1,9 Milliarden Euro.

Die Personalabbaumaßnahmen sind bereits spürbar, denn seit Dezember 2023 haben rund 4.800 Beschäftigte BASF verlassen, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Die Zahl der Führungskräfte sank um elf Prozent. Ende 2025 beschäftigte BASF weltweit noch knapp 108.300 Mitarbeiter, am Stammsitz Ludwigshafen rund 33.000. Eine Vereinbarung zwischen Management und Arbeitnehmervertretern schließt jedoch betriebsbedingte Kündigungen in Ludwigshafen bis Ende 2028 aus.

Herausforderungen der Chemiebranche

Die Herausforderungen, vor denen BASF steht, sind nicht einzigartig. Die gesamte Chemiebranche leidet unter schwacher Nachfrage, hohen Energiepreisen und Überkapazitäten. Diese Probleme werden zusätzlich durch massiven Wettbewerbsdruck aus China verstärkt. Die steigenden Rohstoffpreise, insbesondere für fossile Brennstoffe, und volatile Marktbedingungen verlangen von Unternehmen wie BASF eine Optimierung ihrer Produktionskosten und -prozesse, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Um den Herausforderungen zu begegnen, setzt BASF auch auf Investitionen in neue Technologien und die Automatisierung. Diese Strategien sind entscheidend, um die Effizienz zu steigern und die Produktionskosten zu senken. Die Chemiebranche in Deutschland muss bis 2050 etwa 70 Milliarden Euro in Produktionsanlagen investieren, um den Herausforderungen einer treibhausgasneutralen Zukunft gerecht zu werden, so die Roadmap Chemie 2050 des VCI.

Um die Kostensituation zu verbessern, plant BASF zudem, die Sachinvestitionen in den Jahren 2026 bis 2029 auf insgesamt 13 Milliarden Euro zu begrenzen, was einer Reduzierung um mehr als 30 Prozent entspricht. Lange Anlaufzeiten werden auch für den neuen Verbundstandort in Zhanjiang, China, erwartet, der mit Investitionen von 8,7 Milliarden Euro in Betrieb genommen wurde. Im ersten Jahr wird ein leicht negativer Ergebnisbeitrag erwartet, aber ab 2027 soll der Standort positive Impulse liefern.

In der Summe zeigt sich, dass BASF unter enormen Druck steht, sich nachhaltig zu strukturieren und gleichzeitig den Herausforderungen des Marktes mit innovativen Maßnahmen und Kostensenkungen zu begegnen. Kurzfristig sieht das Unternehmen jedoch keine Entspannung der geopolitischen Lage oder der Marktbedingungen.