Der fünfte „Financial Freedom Report 2025“, erstellt von der Lebensversicherung von 1871 a. G. München in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Julia Pitters und dem Marktforschungsinstitut Civey, beleuchtet die finanziellen Ängste und Unsicherheiten der Deutschen. Besonders hervorzuheben ist, dass 67,8 Prozent der Bevölkerung finanzielle Unabhängigkeit als eine der drei wichtigsten Dimensionen von Freiheit betrachten. Die Umfrage zeigt, dass die Zufriedenheit mit der eigenen finanziellen Situation auf dem niedrigsten Stand der letzten vier Jahre ist, wobei 40 Prozent der Befragten unzufrieden und 15 Prozent sogar sehr unzufrieden sind.

Für 53,2 Prozent der Befragten stellen Krankheiten die größte Bedrohung für ihre finanzielle Unabhängigkeit dar, während 37,4 Prozent die Aussicht auf Berufsunfähigkeit als riskant einschätzen. Diese Wahrnehmung steht im Gegensatz zu den tatsächlichen statistischen Risiken. Trotz der potenziellen Gefahren glauben 45,2 Prozent der Befragten, dass sie während ihres Arbeitslebens nicht berufsunfähig werden. Lediglich 37,1 Prozent halten dieses Szenario für wahrscheinlich.

Ursachen von Berufsunfähigkeit

Psychische Probleme sind die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit, gefolgt von Einschränkungen am Bewegungsapparat. Fast 44 Prozent der Befragten würden im Ernstfall auf ihre Ersparnisse zurückgreifen. Alarmierend ist, dass 52,4 Prozent maximal sechs Monate ohne Einkommen überbrücken können, während die durchschnittliche Dauer der Berufsunfähigkeit bei sieben Jahren liegt. Über 53,6 Prozent der Haushalte rechnen mit staatlicher Unterstützung im Fall einer Berufsunfähigkeit.

Die Umfrage zeigt auch, dass der „Financial Freedom Index“ 2025 bei nur 43,8 Prozent liegt, was auf eine mangelnde Kontrolle über die Finanzen hinweist. Besonders besorgt sind 65,1 Prozent der 18- bis 29-Jährigen über ihre finanzielle Zukunft. Prof. Dr. Julia Pitters hat in diesem Zusammenhang psychologische Verzerrungen identifiziert, die zur bestehenden Vorsorgelücke beitragen. Inflation und andere Makrothemen dominieren oft das Risikobewusstsein, während die reale Gefahr der Berufsunfähigkeit unterschätzt wird.

Die Rolle der Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird als essentielles Fundament für eine effektive Finanzplanung angesehen. Sie schützt vor den wirtschaftlichen Risiken einer Berufsunfähigkeit und sichert die wirtschaftliche Existenzgrundlage sowie den sozialen Status des Versicherten. Die Versicherung zahlt eine monatliche Rente basierend auf der vertraglich vereinbarten Summe und befreit von der Beitragspflicht im Falle einer Berufsunfähigkeit.

Um von den vollen Vorteilen einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu profitieren, wird ein früher Abschluss empfohlen, idealerweise im Kindes- oder Jugendalter, wenn die Beiträge günstiger sind und die Gesundheitsprüfungen weniger risikobehaftet sind. Die Versicherung kann sowohl als selbständige Versicherung als auch als Zusatz zu einer Lebensversicherung abgeschlossen werden und steht Arbeitnehmern, Freiberuflern, Selbstständigen sowie Hausfrauen offen.

Die Versicherungsprämie hängt dabei von verschiedenen Faktoren wie Beruf, Alter, Gesundheitszustand und Rentenhöhe ab. Eine umfassende Beratung durch unabhängige Makler ist unerlässlich, um die individuellen Risiken klar zu benennen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt die Versicherungsunternehmen, um Transparenz und Sicherheit für die Verbraucher zu gewährleisten.

Für viele Menschen kommt die Einsicht in die Notwendigkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung oft zu spät. Daher wird empfohlen, Mythen über die Versicherung zu entkräften und Menschen zu ermutigen, proaktiv ihre finanziellen Risiken zu managen.