In Deutschland ist das Bild des berufsunfähigen Arbeitnehmers als Risiko für Bauarbeiter oder Handwerker mittlerweile überholt. [Pfefferminzia] berichtet, dass psychische Erkrankungen die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit darstellen, mit etwa 38 Prozent der Fälle. Diese Erkenntnis ist für viele Menschen alarmierend, da die Wahrnehmung, dass nur körperliche Arbeit gefährdet ist, nicht mehr der Realität entspricht.

In einer Zeit, in der viele Deutsche bereit sind, Geld für Ersatzprodukte wie Handys oder Brillen zu bezahlen, wird das Unersetzliche – das Einkommen – oft vernachlässigt. Tobias Bierl, der über 7.000 Berufsunfähigkeits-Gesundheitsprüfungen begleitet hat, betont die Notwendigkeit, sich frühzeitig um eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu kümmern. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass der Staat im Ernstfall nicht ausreichend unterstützt.

Psychische Erkrankungen als Risikofaktor

Die Realität zeigt, dass auch Büroangestellte stark gefährdet sind, unter psychischen Erkrankungen zu leiden. Dazu zählen häufig Diagnosen wie Depressionen, Angststörungen und Burnout. [Wirth-Rae] stellt fest, dass über ein Drittel der anerkannten Fälle von Berufsunfähigkeit auf psychische Erkrankungen zurückzuführen sind. Doch die Anerkennung solcher Erkrankungen durch Versicherungen wird häufig erschwert, da der Nachweis erbracht werden muss, dass die betroffene Person ihre berufliche Tätigkeit zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kann.

Bei einem Antrag auf BU-Rente müssen umfassende Dokumentationen wie fachärztliche Berichte und therapeutische Verlaufsdokumentationen eingereicht werden. Dennoch scheitern mehr als 38 Prozent der Anträge, weil Kunden nicht mehr reagieren oder weil die Versicherungen den Grad der Berufsunfähigkeit anzweifeln. [Finanztip] hebt hervor, dass die Beweislast beim Antragsteller liegt und allein eine Diagnose wie Depression nicht ausreicht.

Empfehlungen für Absicherung und Antragstellung

Eine gute BU-Versicherung kann nur abgeschlossen werden, solange man gesund ist. Der Gesundheitsprüfung kommt eine zentrale Bedeutung zu; in etwa 15 Prozent der Fälle zahlt die BU nicht aufgrund von Fehlern in dieser Phase. Professionelle Begleitung kann hierbei helfen, Gesundheitsfragen korrekt zu beantworten und Risiken zu minimieren. Die Kosten für eine BU-Versicherung für einen 30-jährigen Büroangestellten liegen meist zwischen 50 und 80 Euro pro Monat für eine Rente von 2.000 Euro.

  • Wichtige Unterlagen für die Antragstellung:
    • Fachärztliche Berichte
    • Therapeutische Verlaufsdokumentationen
    • Psychologische Gutachten

Bei ersten Anzeichen psychischer Erkrankungen wie Schlafstörungen oder Erschöpfung sollte frühzeitig ärztlicher Rat eingeholt werden. Die Schwere psychischer Beschwerden lässt sich oft nur schwer messen, was die Arbeit von Versicherern und Antragstellern erschwert. Ein lückenlos dokumentierter Krankheitsverlauf ist entscheidend für die Anerkennung des Leistungsanspruchs.

Die Rolle professioneller Begleitung

Die Begleitung durch unabhängige Experten kann entscheidend für den Erfolg eines BU-Antrags sein. Diese Experten helfen nicht nur bei der Antragstellung, sondern können auch dabei unterstützen, Risiken zu minimieren. Das Einreichen einer anonymen Risikovoranfrage über spezialisierte Makler kann ebenfalls hilfreich sein, um ein besseres Bild der Bedingungen für eine Versicherung zu bekommen.

Insgesamt zeigt sich, dass nicht nur körperliche, sondern vor allem psychische Erkrankungen ernst genommen werden müssen, da sie das Berufsleben erheblich beeinträchtigen können. Eine frühzeitige Absicherung und sorgfältige Dokumentation sind daher unerlässlich, um im Fall der Fälle ausreichend geschützt zu sein. Viele haben die Erfahrung gemacht, dass die Beantragung einer BU-Rente ein schwieriger und langwieriger Prozess sein kann, insbesondere für diejenigen, die aufgrund psychischer Erkrankungen Zugang zu den benötigten Informationen und Unterstützung suchen.