Die geopolitische Gemengelage und makroökonomische Unsicherheiten drücken auf die Risikobereitschaft der Anleger und belasten den Bitcoin-Kurs erheblich. Aktuell fiel die Kryptowährung um 1,7 % auf etwa 67.600 US-Dollar. Caroline Mauron, Mitbegründerin von Orbit Markets, erläutert, dass die Instabilität des Kryptomarktes eng mit der gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit verbunden ist. Zudem setzen die US-Zölle und die Spannungen im Iran den Markt weiter unter Druck.

Analysten warnen vor einem möglichen Test der psychologisch wichtigen Unterstützung bei 60.000 Dollar, die als kritischer Wendepunkt gilt. Im Bullenmarkt 2021 war dieser Wert noch ein hartnäckiger Widerstand, und auch im Jahr 2024 pendelte der Kurs häufig um diese Schwelle. Sollte der Abwärtstrend anhalten, könnte Bitcoin sogar auf 50.000 Dollar fallen.

Marktdynamik und Anlegerverhalten

Der Rückgang des Bitcoin-Kurses erfolgt zeitgleich mit einer Schwäche der Aktienmärkte. Während die Nasdaq-100-Kontrakte um 0,9 % fielen, reduzierten sich die S&P-500-Kontrakte um 0,6 %. Anleger zeigen sich vor dem Hintergrund der steigenden Spannungen im Iran, den Unsicherheiten bezüglich Zinssenkungen der US-Notenbank und einer allgemeinen Angst vor wirtschaftlichen Turbulenzen vorsichtig. Diese Faktoren bewirken eine erhöhte Sensibilität von Bitcoin gegenüber riskanten Technologiewerten und dem Aktienmarkt.

Zusätzlich scheinen die Nettoabflüsse aus US-gelisteten Bitcoin-ETFs die Market Stimmung zu belasten. In der vergangenen Woche wurden 360 Millionen US-Dollar abgezogen, was den vierten Nettomittelabfluss in Folge darstellt. Analysten berichten, dass nur etwa 55 % des Bitcoin-Angebots aktuell im Gewinn sind, während etwa 10 Millionen BTC mit Verlust gehalten werden.

Marktpsychologie und zukünftige Aussichten

Der Fear and Greed Index von CryptoQuant hat einen alarmierenden Wert von 10 erreicht, was auf extreme Angst im Markt hinweist. Diese Nervosität wird zusätzlich durch aggressive Short-Positionen verstärkt, wobei ein Trader bereits 7 Millionen US-Dollar durch solche Positionen verdient hat. Eine Umfrage unter Fondsmanagern der Bank of America zeigt, dass 50 % der Befragten auf Gold setzen, was die wachsende Angst vor der Marktentwicklung unterstreicht.

Trotz der Unsicherheiten raten Experten, nicht überstürzt zu handeln. Bitcoin hat historisch betrachtet nach Rückschlägen oft Phasen der Seitwärtsbewegung durchlaufen, bevor sich langfristige Trends wieder stabilisierten. Die Prognose von Galaxy Digital deutet darauf hin, dass Bitcoin möglicherweise auf etwa 58.000 US-Dollar fallen könnte, basierend auf dem 200-Wochen-Durchschnitt. Marktbeobachter bleiben jedoch skeptisch, da der Kryptowährungsmarkt weiterhin stark von geopolitischen Brennpunkten und den Abflüssen aus ETFs beeinflusst wird.