Die US-Tech-Riesen haben in den letzten drei Jahren ihren Wert um beeindruckende sieben Billionen Euro gesteigert. Dies hat eine hohe Abhängigkeit der US-Wirtschaft von diesen Unternehmen zur Folge, die für Deutschland als mahnendes Beispiel gilt, wie Focus berichtet. Gleichzeitig gibt es zunehmende Bedenken über die Möglichkeit einer Blase im KI-Sektor, die Ähnlichkeiten zur Dotcom-Blase sowie zur Immobilienblase 2008 aufweist.

Eine Blase entsteht, wenn zahlreiche Anleger in eine Branche investieren, wodurch es zu einer Überbewertung kommt, wie es bereits in der Vergangenheit der Fall war. Deren Auswirkungen können disruptiv sein, wenn Entscheidungen auf unsicheren Märkten getroffen werden, was zu überhöhten Investitionen führen kann. In den letzten Jahren hat sich eine solche KI-Blase entwickelt, da hohe Produktivitäts- und Gewinnsteigerungen erwartet werden.

Dominanz im S&P 500

Besonders auffällig ist die Dominanz von sieben großen Unternehmen im S&P 500, die als „Magnificent Seven“ bekannt sind. Diese Unternehmen, zu denen unter anderem Nvidia, Microsoft und Alphabet gehören, machen mehr als ein Drittel des gesamten Index aus und haben im letzten Jahr 52% des Gesamtgewinns erzielt. Sollte es zu einem Rückgang der Aktienkurse dieser Firmen kommen, könnte dies eine Kettenreaktion auslösen, die andere Unternehmen und Märkte erfasst.

Analysten sind sich uneinig über die Wahrscheinlichkeit einer Blase im KI-Bereich; extreme Szenarien scheinen unwahrscheinlich zu sein. Dennoch wird eine Korrektur von 20 bis 30 Prozent der Kurse innerhalb kurzer Zeit als wahrscheinlich erachtet, ohne dass damit eine weltweite Krise einhergeht. Goldman Sachs argumentiert, dass die großen Unternehmen auch in anderen Sektoren profitabel sind und eine solide wirtschaftliche Basis haben.

Investitionen in Künstliche Intelligenz

Die Investitionen in KI-Technologien sind immens. In den USA sowie international fließen Hunderte Milliarden Dollar in Chips und Rechenzentren, um die wachsende Nachfrage nach KI-Anwendungen, wie etwa Chatbots, zu bedienen und menschliche Arbeit durch Maschinen zu ersetzen. Finanzmarktwelt berichtet über den Investitionsboom insbesondere bei Unternehmen wie OpenAI und Nvidia, die zentrale Akteure in diesem Sektor darstellen.

OpenAI plant, hohe Ausgaben zu tätigen, und erwartet für 2029 einen negativen Cashflow von etwa 115 Milliarden Dollar. Auch Nvidia zeigt großes Interesse an der Finanzierung von OpenAIs Rechenzentren mit einer Investition in Höhe von 100 Milliarden Dollar. Auffällig ist, dass laut einer Bain & Co. Studie KI-Unternehmen bis 2030 jährlich Umsatz von zwei Billionen Dollar erzielen müssen, um ihre Infrastruktur zu finanzieren, jedoch eine Lücke von 800 Milliarden Dollar erwartet wird.

Herausforderungen und mögliche Blasen

Trotz der hohen Ausgaben sehen 95 % der Unternehmen keine messbare Rendite aus ihren KI-Projekten. Probleme wie die Skalierung von KI-Modellen und der hohe Energieverbrauch von Rechenzentren stellen zusätzliche Herausforderungen dar. OpenAI-Chef Sam Altman warnt zwar vor einer möglichen Blase, erkennt jedoch auch das transformative Potenzial der Technologie.

Insgesamt bewegen wir uns derzeit in einer Phase der Euphorie, ähnlich der Dotcom-Ära, in der überhöhte Bewertungen den Markt prägen. Eine solche Überbewertung könnte auf die grundlegenden Werte zurückwirken und Korrekturen nach sich ziehen. Die gegenwärtige Situation erfordert daher ein wachsames Auge auf die Entwicklungen im KI-Sektor, die sowohl Risiken als auch Chancen bieten.