Die Börsen starten mit großen Erwartungen in die neue Woche. Am vergangenen Freitag schlossen der Dax und die US-Börsen mit starken Kursgewinnen ab; der Nasdaq und der S&P 500 erreichten sogar neue Allzeitrekorde. Doch die Freude könnte bald getrübt werden, denn der Iran hat angekündigt, die Straße von Hormus erneut zu blockieren, was die Unsicherheit an den Märkten erhöht. Nur wenige Frachter konnten die kürzliche Öffnung der Straße nutzen, und die Frage bleibt, ob die Börsen weiterhin steigen oder fallen werden.
Anleger scheinen das Iran-Thema jedoch vorerst abzuhaken, was zu den jüngsten Kursanstiegen führt. Gold, Bitcoin und Anleihen erholen sich ebenfalls. Ein Muster von Risikoaversion gefolgt von Gegenbewegungen an den Kapitalmärkten ist zu beobachten. Während der Dax langsamer wächst als die US-Indizes und unter der Höchstmarke von über 25.000 Punkten liegt, ist Europa stärker von Energieimporten abhängig. Der Dax wird auch durch die Tatsache belastet, dass es keine Ölunternehmen gibt, die von Preissteigerungen profitieren könnten. Die Gewinnerwartungen für den Dax sind zudem niedriger als in den USA, was den Druck auf die europäischen Märkte verstärkt.
Ausblick auf die Berichtssaison
In den kommenden Tagen stehen wichtige Quartalsberichte von Unternehmen wie Boeing, Tesla und SAP an, die den Märkten neue Impulse verleihen könnten. Experten in den USA erwarten große Gewinne für Börsenunternehmen in der aktuellen Berichtssaison. Auch wenn keine größeren Kapitalabflüsse aus den Aktienmärkten zu verzeichnen sind, gibt es einige Umschichtungen. Anleger bleiben investiert und suchen gezielt nach Gewinnern, selbst in Krisenzeiten.
Die geopolitische Lage, insbesondere der Iran-Konflikt, hatte zunächst den Optimismus gedämpft. Eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran läuft am Mittwoch aus, und neue Verhandlungen sind für Montag angesetzt. Diese Entwicklungen könnten entscheidend für die kurzfristige Marktentwicklung sein. Die Nachrichtenplattform Börskollen, die seit 2015 besteht und von Kristoffer und Daniel betrieben wird, informiert ihre Leser umfassend über mögliche Auswirkungen des Konflikts auf die Märkte.
Geopolitische Risiken und ihre Auswirkungen
Eine aktuelle Studie von Khalil, Osten und Strobel (2025) zeigt, dass sich geopolitische Risiken auf die Einfuhren des Euroraums und der USA erheblich auswirken. Preisbereinigte Einfuhren aus Ländern mit gestiegenem geopolitischen Risiko nehmen ab, während die Importpreise steigen. Solche Risiken wirken wie ein negativer Angebotsschock. In einer Zeit, in der die geopolitische Lage angespannt ist, werfen diese Erkenntnisse einen Schatten auf die wirtschaftlichen Aussichten in Europa und den USA.
Insgesamt bleibt die Marktlage angespannt. Anleger sollten die Entwicklungen im Iran genau beobachten und sich auf die bevorstehenden Quartalsberichte vorbereiten, während sie gleichzeitig die geopolitischen Risiken im Auge behalten. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Faktoren auf die Märkte auswirken werden.