In Brandenburg sind nach wie vor nur wenige Elektroautos unterwegs. Im Jahr 2025 lag der Anteil neu zugelassener E-Autos bei 17 Prozent, was unter dem bundesweiten Durchschnitt von 19 Prozent liegt. Dies ist besonders besorgniserregend, da in Schleswig-Holstein beispielsweise der Anteil an rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen über 22 Prozent beträgt. Die Verbraucherzentrale Brandenburg sieht die Gründe für diese geringe Verbreitung in der Sorge um eingeschränkte Reichweite, hohen Fahrzeugpreisen sowie einer unzureichenden Ladeinfrastruktur.
Um die Situation zu verbessern, fordert die Verbraucherzentrale in den aktuellen Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU ein umfassendes Konzept zur Ladeinfrastruktur. Dies soll nicht nur den Ausbau der Ladepunkte umfassen, sondern auch die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs und die Integration von Mobilitäts- und Energiekonzepten auf kommunalübergreifender Ebene. Der Pkw bleibt in vielen ländlichen Regionen wichtig für die Alltagsmobilität, sodass eine durchdachte Verkehrspolitik von zentraler Bedeutung ist.
Bundesregierung fördert den Kauf von Elektroautos
Um die Anschaffung von Elektroautos zu unterstützen, hat die Bundesregierung eine neue Kaufprämie eingeführt, die rückwirkend ab Januar 2026 gelten wird. Laut ADAC stehen dafür insgesamt rund drei Milliarden Euro zur Verfügung, um in den nächsten drei bis vier Jahren etwa 800.000 Fahrzeuge zu fördern. Die Förderhöhe reicht von mindestens 1.500 bis zu 6.000 Euro und ist abhängig vom Einkommen und der Art des Fahrzeugs.
Besonders für Neufahrzeuge der Klasse M1 mit rein batterieelektrischem Antrieb, Plug-in-Hybrid-Antrieb und Range-Extender sind Zuschüsse vorgesehen. Familien mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis zu 80.000 Euro können zusätzliche Förderungen erhalten. Bei einem Jahreseinkommen unter 60.000 Euro gibt es zudem einen Aufschlag von bis zu 2.000 Euro. Die minimale Haltedauer für die geförderten Fahrzeuge beträgt drei Jahre.
Umfassende Ziele der neuen Förderprogramme
Bundesumweltminister Carsten Schneider sieht in der Elektromobilität einen „Hoffnungsträger“ für den Klimaschutz und unterstützt die Automobilindustrie sowie Familien. Die neuen Fördermaßnahmen gelten sowohl für den Kauf als auch für das Leasing von Fahrzeugen. Die Antragstellung wird voraussichtlich ab Mai 2026 möglich sein. Für einen effektiven and nachhaltigen Ausbau der Elektromobilität ist es entscheidend, dass die Bürger Vertrauen in die technische Ausstattung und die Verfügbarkeit von Ladeinfrastrukturen haben.
Mit den geplanten Maßnahmen hoffen die politischen Verantwortlichen, dass 2026 das Jahr des Durchbruchs für die Elektromobilität wird. Die Anforderungen an die automobile Neuausrichtung sind hoch, und nur durch ein gemeinsames Vorgehen aller Akteure kann die Akzeptanz und Verbreitung von Elektrofahrzeugen nachhaltig gefördert werden. Die Verbraucherzentrale verlangt daher, dass CDU und SPD im Koalitionsvertrag verbindliche Ziele für ein kommunenübergreifendes Konzept zur Mobilität sowie für die Verbesserung der Infrastruktur festlegen.
Zusammenfassend zeigt sich, dass die Verbesserung der Ladeinfrastruktur und die staatliche Förderungen essentielle Schritte sind, um die Verbreitung von Elektrofahrzeugen in Brandenburg und darüber hinaus voranzutreiben. Während die Herausforderung groß bleibt, sind sowohl die politischen als auch die finanziellen Rahmenbedingungen nun klar umrissen.