Im aktuellen Fall eines Verkehrsunfalls mit Blechschaden, der eine Autofahrerin betraf, hat das Amtsgericht Braunschweig entschieden, dass Versicherungen innerhalb von vier Wochen über Ansprüche von Geschädigten entscheiden müssen. Sollte diese Frist nicht eingehalten werden, können Betroffene rechtliche Schritte einleiten. Dies geht aus dem Urteil (Az.: 112 C 1575/24) des Amtsgerichts hervor, das den Druck auf die Versicherungswirtschaft erhöhen könnte, schneller zu handeln. Der Fall wurde eingeleitet, als die Autofahrerin am 30. April Ansprüche bei der gegnerischen Versicherung einreichte, jedoch monatelang keine Rückmeldung erhielt.

Bereits im Mai änderte die Autofahrerin die Abrechnungsmethode von einer fiktiven zu einer konkreten Reparaturrechnung und verlangte zudem die Erstattung von Mietwagenkosten. Trotz dieser Anpassung reagierte die Versicherung nicht auf die Forderungen, was schließlich zur Klage führte. Auch nachdem die Versicherung im Prozess die Forderungen anerkannte, wollte sie sich nicht mit den Prozesskosten belasten, was das Gericht entschieden zurückwies. Der Richter stellte klar, dass die Versicherung die Kosten zu tragen hat, wenn sie nicht rechtzeitig reagiert.

Strikte Fristen für Versicherungen

Das Gericht betonte, dass eine Prüffrist von maximal vier Wochen als angemessen gilt, sofern der Fall nicht außergewöhnlich komplex ist. Es wurde zudem festgestellt, dass die Umstellung auf die Erstattung der Reparaturrechnung den Anspruch auf Fristverlängerung höchstens um zwei Wochen beeinflussen kann.

Die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hat auf dieses Urteil hingewiesen, das die Position von Unfallopfern stärkt. Versicherungen müssen nun besonders darauf achten, Anträge zügig zu bearbeiten, um rechtliche Konsequenzen und zusätzliche Kosten zu vermeiden.

In der vorliegenden Situation hat das Obergericht ein Zeichen gesetzt, dass die Einhaltung von Fristen für die Schadensregulierung unerlässlich ist, um dem berechtigten Interesse von Geschädigten Rechnung zu tragen. Dieses Urteil könnte dazu führen, dass Versicherungen ihre Prozesse anpassen, um Verzögerungen in der Bearbeitung zu vermeiden und Klagen aus dem Weg zu gehen. Diese Entscheidung zeigt, wie wichtig es ist, die Rechte von Unfallopfern zu wahren und die Versicherungen zur Verantwortung zu ziehen.

Lesen Sie mehr über die Details des Falles auf Boyens Medien oder auf T-Online.