Am 30. Oktober 2025 wurde das Kleine Haus des Staatstheaters Darmstadt nach einer umfassenden Sanierung feierlich wiedereröffnet. Die Maßnahmen, die eine Investition von rund 68 Millionen Euro erforderten, wurden vom Land Hessen sowie der Wissenschaftsstadt Darmstadt finanziert. Anders als bei zahlreichen Sanierungen, betonte der hessische Finanzminister Lorz die besonderen Herausforderungen, die durch Lieferengpässe und Preissteigerungen entstanden sind. Die Sanierung wird von Forderungen an den Brandschutz begleitet, was die Baumaßnahme zusätzlich komplex machte.
Intendant Karsten Wiegand hob in der Pressekonferenz hervor, dass der neu gestaltete Zuschauerraum eine hervorragende Akustik bietet und den Fokus optimal auf die Darsteller legt. Christoph Degen, Staatssekretär im Hessischen Ministerium, lobte die moderne Technik und die verbesserte Barrierefreiheit der neuen Räumlichkeiten. Die Sanierung umfasste 3.450 Kubikmeter Stahlbeton, 57 Kilometer Elektrokabel und ein beeindruckendes Anlagengewicht von 60 Tonnen in der Bühnentechnik. Des Weiteren kamen 78 Bohrpfähle in der Unterbühne zum Einsatz und es wurden 450 Kubikmeter Aushub durchgeführt.
Kulturelle Bedeutung und Gemeinschaftsprojekte
Die Wiedereröffnung war nicht nur ein technisches, sondern auch ein kulturelles Ereignis. Im Vorfeld haben Kinder und Jugendliche in Workshops Szenen aus Michael Endes „Unendlicher Geschichte“ erarbeitet und diese in die Bühnenbildgestaltung integriert. Ein Film dokumentiert die ersten Workshops, die in den Herbstferien stattfanden. Oberbürgermeister Hanno Benz betonte in seiner Ansprache die kulturelle Bedeutung des Kleinen Hauses für Darmstadt, welches nicht nur ein Ort für professionelle Aufführungen, sondern auch für lokale Initiativen ist.
Das Kleine Haus steht in einer langen Tradition der Bühnensanierung, die auch in anderen historischen Theatern Deutschlands relevante Themen aufwirft. Beispielsweise wurde das Gerold Opernhaus, das 1915 unter George Gerold eröffnet wurde, nach seinem Tod von Mrs. Clementina Rief Gerold geleitet. Der Betrieb erlebte zahlreiche Veränderungen, die auch die Beziehung zur Stadt beeinflussten.
Ein Blick in die Zukunft
Die Sanierung des Kleinen Hauses stellt einen bedeutenden Schritt für das Staatstheater dar, das sich modernisieren und gleichzeitig die kulturelle Identität seiner Stadt bewahren will. Mit der neuen Technik und den verbesserten Bedingungen ist das Theater gut gerüstet für die Herausforderungen und Erwartungen der kommenden Jahre.
Insgesamt zeigt sich, dass solche Sanierungen nicht nur als technische Herausforderungen, sondern auch als Chancen zur Stärkung des kulturellen Lebens in Städten wie Darmstadt zu verstehen sind.
Weitere Informationen zur Sanierungsmaßnahme finden Sie auf kulturimmobilie.de und wegaarts.org.