Der Caritasverband des Erzbistums München und Freising hat sich zur verteidigt, dass er plant, mehrere Immobilien in München zu verkaufen. Hauptgrund für diese Entscheidung sind steigende Investitionskosten sowie die Notwendigkeit, Ressourcen für das Kerngeschäft freizumachen. Caritas betont, dass es bei diesen Verkäufen nicht um kurzfristige finanzielle Überlegungen gehe, sondern um eine nachhaltige Sicherung ihrer sozialen Arbeit. Wie domradio.de berichtet, gehören zu den betroffenen Immobilien zwei Wohnhäuser in der Schrenkstraße und ein Jugendwohnheim in der Zieblandstraße.
In einem offenen Brief, den der DMB Mieterverein München zusammen mit Oberbürgermeister Dieter Reiter verfasst hat, wird eindringlich vor den möglichen Folgen der Verkäufe gewarnt. Die Mieterinnen und Mieter äußern Bedenken hinsichtlich einer möglichen Verdrängung sowie steigender Mieten nach einem Eigentümerwechsel. Der Mieterverein und Reiter fordern, dass die Mieten nicht angehoben werden, und weisen auf den akuten Wohnraummangel sowie die hohen Mietkosten in München hin. Diese Bedenken spiegeln sich auch in den Aussagen von Monika Schmid-Balzert, der stellvertretenden Geschäftsführerin des DMB Mietervereins, wider, die die Notwendigkeit von bezahlbarem Wohnraum für junge Menschen betont.
Soziale Verantwortung und gemeinwohlorientierte Investoren
Im offenen Brief appellieren Mieterverein und Stadt an Caritas, soziale Verantwortung und das Wohl der Mietenden über die Maximierung von Gewinnen zu stellen. Es wird hervorgehoben, dass Caritas beim Verkauf an gemeinwohlorientierte Investoren denken sollte, die das Wohl der Mietenden im Blick haben. Diese Investoren sollten bereit sein, sozialverträgliche Lösungen wie Mietobergrenzen und langfristige Wohnrechte anzubieten. Der Verkaufsprozess der Immobilien wird von einem unabhängigen Makler begleitet, und die Mieter wurden frühzeitig über die Verkaufsabsichten informiert. Wichtig dabei ist, dass die Rechte und Pflichten der Mieter bei einem Eigentümerwechsel bestehen bleiben. Caritas strebt an, den Fortbestand des Jugendwohnens zu sichern und eine sozialgerechte Lösung zu finden.
Bereits im November sorgten die geplanten Verkäufe für Aufregung, und sowohl Caritas als auch der Mieterverein signalisierten Gesprächsbereitschaft. Diese sozialen Herausforderungen werfen auch ein Licht auf die Ethik in der Immobilienbranche. Ein Beispiel dafür ist das Unternehmen Haustein Immobilien, das Spekulation mit Wohnraum aus ethischen Gründen ablehnt. Das Unternehmen setzt auf nachhaltige und verantwortungsvolle Immobilienentwicklung und verfolgt ein Konzept, das nicht nur die Renovierung und Sanierung bestehender Immobilien umfasst, sondern auch darauf abzielt, den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Dies geschieht durch die Verwendung biologischer Bau- und Dämmstoffe.
Langfristige Stabilität für Mieter
Haustein Immobilien fördert stabile Mietstrukturen und verhindert die Ausbeutung des Wohnraummarktes, indem es keine Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umwandelt. Dieses Vorgehen soll den Mietern langfristige Sicherheit bieten und bezahlbaren Wohnraum schaffen, was wiederum der sozialen Mischung in Stadtteilen zugutekommt. Das Unternehmen verwaltet alle Objekte selbst, die sich in guten oder sehr guten Lagen in und um München befinden, und stellt somit einen Beitrag zu einer gerechteren und nachhaltigeren Immobilienbranche dar. Trotz der schwierigen Herausforderungen im Münchener Wohnungsmarkt bleibt die Frage nach der sozialen Verantwortung von Einrichtungen wie der Caritas unerlässlich für die Schaffung eines ausgewogenen Wohnraums für alle.
Insgesamt gibt es also eine Vielzahl an Aspekten zu berücksichtigen, wenn es um die Verkäufe von Immobilien in München geht, die nicht nur ökologische, sondern auch soziale Fragestellungen aufwerfen. Es bleibt abzuwarten, wie die beteiligten Akteure auf die kritischen Stimmen reagieren und welche Lösungen letztendlich gefunden werden können, um die Bedürfnisse aller Münchner Bürger zu berücksichtigen.