China hat die Kontrolle über den Aluminiummarkt verstärkt, indem es die Produktion einschränkt, was zu einer künstlichen Verknappung führt. Diese Maßnahme kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Aluminium sowohl für Zukunftstechnologien als auch für die Energiewende als entscheidender Rohstoff gilt. Laut Focus stiegen die Aluminiumpreise infolgedessen erheblich, bevor sie Ende Januar korrigiert wurden. Die Deutsche Bank hat für das Jahr 2026 einen Durchschnittspreis von rund 2900 US-Dollar pro Tonne prognostiziert, mit einem möglichen Höchstwert von 3100 US-Dollar.
Besonders auffällig ist Chinas Status als größter Produzent von Primäraluminium. Trotz einer gesetzlich festgelegten Produktionsobergrenze von 45 Millionen Tonnen überschritt das Land 2025 mit 45,02 Millionen Tonnen dieses Limit um 2,4 Prozent. Dieser Anstieg hat Analysten, wie Jethro Wookey von Argus Media, optimistisch stimmen lassen, dass sich die Nachfrage bald erholen wird. Gleichzeitig sind jedoch hohe Energiepreise und die US-Zollpolitik wie ein Hemmschuh für die Produktionskapazitäten in der deutschen Automobilindustrie, die es nicht geschafft hat, das Produktionsniveau von 2019 zu erreichen.
Chinas Energiewende und der Aluminiumbedarf
Chinas Fokus auf erneuerbare Energien erhöht die Nachfrage nach Aluminium weiter, dennoch zeigt sich der Markt teils stabil. Mehr als die Hälfte der weltweit produzierten Elektrofahrzeuge stammt aus China, was den Bedarf an diesem Metall in der Automobilindustrie weiterhin antreibt. Im Vergleich dazu sanken die Aluminiumpreise an der Londoner Metallbörse (LME) um 8 %, während die Preise an der Shanghai Futures Exchange (SHFE) um 1 % stiegen, was auf eine gewisse Marktvolatilität hinweist. Investor Verlag berichtet, dass die Aluminiumimporte Chinas im September um beachtliche 63,2 % auf 331.716 Tonnen zugenommen haben. Diese steigenden Importe könnten zum Teil aufgrund von Arbitrage-Möglichkeiten sowie einem verstärkten Bedarf bedingt sein.
Doch auch das Wetter hat Einfluss auf die chinesische Aluminiumproduktion. Die Region Yunnan, die entscheidend für die Aluminiumherstellung ist, sieht sich im kommenden Dezember mit der Trockenheitssaison konfrontiert, was bereits in der Vergangenheit zu Produktionskürzungen führte. Wurde letztes Jahr die Produktion aufgrund von Wassermangel um 2 Millionen Tonnen reduziert, so bestehen auch in naher Zukunft Sorgen über neue Energieengpässe in der Aluminiumverarbeitung.
Globale Markttrends und Herausforderungen
Die Aluminiumindustrie steht vor mehreren Herausforderungen, darunter strenge Umweltvorschriften und anhaltende Volatilität der Rohstoffpreise. Dennoch bleibt die langfristige Nachfrage stark. Entwickelt sich der Markt so, wie es die Prognosen erwarten, könnte die Marktgröße bis 2034 auf 315,5 Milliarden USD anwachsen, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 5,9 %.Global Market Insights hebt hervor, dass Faktoren wie der steigende Bedarf in der Automobilindustrie, der Ausbau kohlenstoffarmer Produktionsinitiativen und das Wachstum im Bereich der Verpackung den Aluminiumsektor antreiben.
Trotz der Herausforderungen wird Aluminium auch weiterhin als wichtiger Rohstoff angesehen. Es findet Anwendung in zahlreichen Bereichen, einschließlich der erneuerbaren Energien, wo es in Solarpanels und Batterien benötigt wird. Auch der Recyclingprozess bleibt eine Stärke des Aluminiummarktes, insbesondere unter Berücksichtigung der europäischen Nachhaltigkeitsstrategien, die den Übergang zu Elektro- und Hybridfahrzeugen fördern.