In den letzten Jahren wurden Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) als entscheidender Wachstumsmotor für die US-Wirtschaft angesehen. Doch neue Einschätzungen werfen Fragen auf. Joseph Briggs von Goldman Sachs äußerte, dass der tatsächliche Beitrag zum US-Wirtschaftswachstum im Wesentlichen nicht existent sei. Laut linux-magazin.de könnte die hohe Ausgabenbelastung für KI-Rechenzentren das Bruttoinlandsprodukt (BIP) belasten. Die technischen Aspekten sind nicht unerheblich: Rund 75% der Kosten eines solchen Rechenzentrums entfallen auf die Computerausrüstung und Bauteile, darunter Computerchips, viele von denen in Asien gefertigt werden.

Eine Schätzung des Wirtschaftsanalysten Joseph Politano zeigt, dass KI-Ausgaben lediglich einen marginalen Einfluss von etwa 0,2 Prozentpunkten auf das US-Wirtschaftswachstum von 2,2% im letzten Jahr hatten. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der große Optimismus bezüglich der wirtschaftlichen Vorteile von KI aktuell relativiert werden sollte.

Technologieunternehmen und Investitionen

Der Bau neuer KI-Rechenzentren schreitet jedoch unaufhörlich voran, und die Nachfrage nach Grundstücken, Zement, Computerchips und Turbinen nimmt spürbar zu. Schätzungen zufolge investieren führende US-Technologieunternehmen wie Alphabet, Meta und Microsoft in diesem Jahr etwa 400 Milliarden Dollar in die Errichtung dieser Infrastruktur. Laut n-tv.de haben allein Alphabet, Meta und Microsoft ihre Jahresprognosen für KI-Ausgaben angehoben: Alphabet plant Ausgaben zwischen 91 und 93 Milliarden Dollar, während Meta mit 70 bis 72 Milliarden Dollar rechnet und Microsoft kürzlich im letzten Quartal fast 35 Milliarden Dollar in KI-Infrastrukturen investierte.

Die großen Technologiekonzerne versuchen, den steigenden Bedarf an Rechenkapazität gerecht zu werden: Um insgesamt etwa 400 Milliarden Dollar fließen Investitionen in neue Serverfarmen. Diese expansive Entwicklung spiegelt sich ebenfalls in den Quartalsumsätzen wider, die bei den genannten Unternehmen zwischen 16 und 26 Prozent gestiegen sind.

Marktanalyse und zukünftige Aussichten

Trotz dieser positiven Entwicklungen gibt es auch negative Reaktionen aus dem Markt. Microsofts Aktien fielen um fast drei Prozent, während der operative Gewinn um ein Viertel stieg. Im Gegensatz dazu stiegen die Aktien von Alphabet, unterstützt durch einen Anstieg der Werbeeinnahmen, um 5,5 Prozent. In der Zwischenzeit verlor Meta mehr als acht Prozent an Wert aufgrund einer 16 Milliarden Dollar schweren Abschreibung.

Einige Analysten warnen auch vor den langfristigen Risiken, die mit der Dominanz von US-Tech-Unternehmen im KI-Sektor einhergehen. Experten prognostizieren ein jährliches Wachstum im KI-Sektor von über 36%, wobei das aktuelle Marktvolumen bei etwa 200 Milliarden Dollar liegt. Eine Prognose für 2030 spricht von über 1.800 Milliarden Dollar. Die Abhängigkeit von Unternehmen wie Microsoft, Alphabet, Apple, Amazon und Meta könnte zu einem Ungleichgewicht auf dem Markt führen, da tagesschau.de aufmerkt.

In Anbetracht dieser Dynamiken fordert Joe Brusuelas, Chefökonom bei RSM US, eine Neuberechnung der Rolle der KI für das Wachstum, sobald neue Messgrößen für die Wirtschaftsleistung 2025 vorliegen. Zudem sollten politische Entscheidungsträger die Abhängigkeiten und Risiken in der Entwicklung von KI-Technologien kritisch prüfen, um die Zukunft der Wirtschaft in einem sich schnell verändernden technologischen Umfeld zu sichern.