Die deutsche Wirtschaft befindet sich nach wie vor in einer kritischen Lage. Heute erwartet Bundeskanzler Friedrich Merz die Konjunkturzahlen für das dritte Quartal vom Statistischen Bundesamt. Diese Zahlen werden als erstes inoffizielles Zwischenzeugnis für Merz und seine Regierung angesehen. Bereits seit 2023 verzeichnen deutsche Unternehmen eine rückläufige Produktion, was zu einem dramatischen Rückgang der Wirtschaftsleistung führt. Diese Entwicklung gipfelte im August, als die Arbeitslosigkeit auf 3 Millionen anstieg, ein Zehn-Jahres-Hoch. Das ifo Institut, eine bedeutende volkswirtschaftliche Forschungseinrichtung, berichtet, dass der Staatskonsum seit 2015 um über 25 Prozent gestiegen ist, während private Investitionen stagnierten und auf dem Niveau von 2015 verharren. Der CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann unterstützt die Warnungen des ifo-Präsidenten Clemens Fuest, der den wirtschaftlichen Niedergang und den drohenden Verlust des Lebensstandards für Millionen Bürger anprangert.

Fuest fordert dringend ein umfassendes Reformmaßnahmenpaket, das bis spätestens Frühjahr 2026 vorgelegt werden soll. Zu den Vorschlägen zählen unter anderem der Stopp der Mütterrente und erhebliche Bürokratieentlastungen für Unternehmen. Diese Reformen könnten schätzungsweise bis zu 146 Milliarden Euro zusätzlichen Wohlstand bringen und den stagnierenden Lebensstandard der Bevölkerung verbessern. Momentan erleben einige Bürger eine Verschlechterung ihres Lebensstandards, während andere vom wirtschaftlichen Umfeld profitieren – eine Entwicklung, die zur sozialen Spaltung beiträgt. Fuest warnt sogar vor “italienischen Verhältnissen” in Deutschland, falls keine umfassenden Reformen in Angriff genommen werden.

Erwartungen an die Zukunft

Glücklicherweise gibt es auch Lichtblicke. Laut verschiedenen führenden Forschungsinstituten könnte die deutsche Wirtschaft 2026 die seit drei Jahren anhaltende Krise endlich überwinden. Das ifo Institut hat seine Prognosen für das BIP-Wachstum auf 1,5 Prozent für 2026 angehoben, während die Schätzung für 2025 von 0,2 auf 0,3 Prozent leicht erhöht wurde. Diese positiven Erwartungen werden vor allem durch Anzeichen einer Erholung im privaten Konsum und Unternehmensinvestitionen getragen.

Das Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW) sieht ebenfalls eine positive Entwicklung und hat seine Prognose für 2026 auf 1,6 Prozent angehoben. Es wird jedoch betont, dass der Handelskonflikt zwischen den USA und der EU weiterhin ein Risiko für das deutsche Wachstum darstellen könnte. Höhere Einfuhrzölle könnten das Wachstum 2025 um 0,1 Prozentpunkte und 2026 um 0,3 Prozentpunkte bremsen. Trotz der Herausforderungen sind Frühindikatoren optimistisch, dass die Industrie ihren Tiefpunkt erreicht hat und die positive Konjunkturentwicklung vor allem durch den Binnenmarkt getragen wird.

Die Inflationsraten werden für 2025 auf 2,1 Prozent und für 2026 auf 2,0 Prozent geschätzt. Die Arbeitslosenquote könnte 2026 auf 6,1 Prozent sinken, was zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes beitragen würde. Führende Wirtschaftsinstitute sehen die Verbesserung des ifo-Geschäftsklimas in den letzten Monaten als ein Zeichen der Erholung und der bevorstehenden wirtschaftlichen Stabilität.

Die Zeit ist drängend, und die Maßnahmen, die nun ergriffen werden, können entscheidend für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands sein. Alle Augen sind auf die Regierung und die bevorstehenden Konjunkturzahlen gerichtet, die am Donnerstag, um 10 Uhr, veröffentlicht werden.