Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) plant eine umfassende Professionalisierung der Frauen-Bundesliga, die mit einer massiven Investition von rund 100 Millionen Euro einhergeht. DFB-Präsident Bernd Neuendorf kündigte dieses großangelegte Projekt an, das darauf abzielt, die besten Spielerinnen im Land zu halten und eine starke Liga zu präsentieren. Dabei werden die Klubs der Frauen-Bundesliga sich ebenfalls substantiell an der Finanzierung beteiligen. Diese Investition ist die größte des DFB seit dem Bau der neuen Zentrale und des Campus, die rund 180 Millionen Euro kosteten.
Bereits im September 2023 hat der DFB die Weichen für die Neuausrichtung der Frauen-Bundesliga gestellt. Zukünftig soll die Liga nach der Struktur des Männer-Ligaverbands organisiert werden. Eine neu gegründete Organisation, die „Frauen-Bundesliga Gesellschaft“, wird sich auf den Betrieb und die Vermarktung der Liga konzentrieren und somit die Professionalisierung weiter vorantreiben.
Bewerbung um die Frauen-EM 2029
Zusätzlich zu diesen umfangreichen Investitionen bewirbt sich der DFB um die Ausrichtung der Frauen-EM 2029 in Deutschland. Dieses Vorhaben wird von DFB-Chef Neuendorf als Leuchtturmprojekt zur Förderung des Frauenfußballs bezeichnet. Nachhaltige Entwicklung hat dabei höchste Priorität. Bundesinnenministerin Faeser zeigt sich ebenfalls unterstützend gegenüber der Bewerbung der Bundesregierung. Deutschland wird nicht nur als starke Sportnation geschätzt, sondern auch als hervorragender Gastgeber für europäische Fans.
Die Frauen-EM fand bereits in den Jahren 1989 und 2001 in Deutschland statt, jedoch scheiterte der DFB mit seiner Bewerbung für die Frauen-Weltmeisterschaft 2027 gegen Brasilien. Weitere Mitbewerber für die EM 2029 sind Portugal, Dänemark und Schweden. Die Interessenerklärung muss bis zum kommenden Dienstag an die UEFA übermittelt werden, die im Dezember im Rahmen des Exekutivkomitees die EM vergeben wird.
Strategie Frauen im Fußball FF27
Um den Frauenfußball nachhaltig zu fördern, hat das DFB-Präsidium bereits im Dezember 2021 die „Strategie Frauen im Fußball FF27“ verabschiedet. Diese Strategie deckt alle Bereiche des weiblichen Fußballs ab, von Amateurmannschaften über Bundesligen bis hin zu Nationalmannschaften. Konkrete Ziele sind unter anderem eine Erhöhung der Anzahl aktiver Spielerinnen, Trainerinnen und Schiedsrichterinnen um 25 Prozent sowie eine Verdopplung der medialen Reichweite des Frauenfußballs über alle Plattformen hinweg.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Frauenanteil in den Gremien und hauptamtlichen Führungsebenen des DFB, der mindestens 30 Prozent betragen soll. Die Initiative entstand aus dem „Projekt Zukunft weiblich“, das 2019 beschlossen wurde und darauf abzielt, die Strukturen im Frauenfußball zu stärken und die öffentliche Wahrnehmung zu erhöhen, um die Bedingungen für Frauen im Fußball deutlich zu verbessern.
Die umfassenden Maßnahmen und Investitionen des DFB unterstreichen das Bestreben, den Frauenfußball in Deutschland auf ein neues Niveau zu heben und die erfolgreiche Geschichte dieser Sportart weiterzuführen.
Für weitere Informationen zur Strategie und zu den Entwicklungen im Frauenfußball besuchen Sie bitte die Seiten von Sport1, Deutschlandfunk und DFB.