In einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom geben zwei Drittel der befragten Unternehmen an, sich als Nachzügler in der Digitalisierung zu sehen. Trotz der steigenden Anerkennung der Bedeutung der Digitalisierung scheitern viele Unternehmen daran, die notwendigen Investitionen zu tätigen. So ist die Nettoinvestitionsquote deutscher Unternehmen von 3 Prozent im Jahr 2019 auf alarmierende 0,3 Prozent gesunken. Nur 25 Prozent der Unternehmen im produzierenden Gewerbe und 16 Prozent im Dienstleistungsbereich planen Erweiterungsinvestitionen. Lediglich 48 Prozent der produzierenden Unternehmen und 21 Prozent im Dienstleistungssektor beabsichtigen, Ersatzinvestitionen zu tätigen. Dies zeigt, dass der Wunsch nach digitalen Fortschritten, trotz des Bewusstseins um deren Notwendigkeit, oft an finanziellen Hürden scheitert.

Ein ernüchterndes Bild ergibt sich auch aus einer Umfrage der KfW, wonach 38 Prozent der befragten Mittelständler von einem erschwerten Zugang zu Krediten berichten. Trotz dieser Herausforderungen vergab die Berliner Volksbank im Jahr 2025 mehr Kredite als im Vorjahr, um Investitionen zu fördern und den Strukturwandel in der Metropolregion Berlin-Brandenburg zu unterstützen. Die Digitalisierung umfasst dabei nicht nur die digitale Erfassung und Archivierung von Bestellungen und Rechnungen, sondern auch die Automatisierung von Fuhrpark- und Lagerverwaltung sowie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Kundenkommunikation.

Neue Förderprogramme im Mittelstand

Um der digitalen Transformation im Mittelstand auf die Sprünge zu helfen, haben das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), die KfW und das Bundesministerium der Finanzen (BMF) zwei neue Kreditprogramme ins Leben gerufen. Die Programme „ERP-Förderkredit Digitalisierung“ und „ERP-Förderkredit Innovation“ stehen seit dem 1. Juli 2025 bereit. Diese Kredite werden über Hausbanken zu vergünstigten Konditionen angeboten und sollen insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zugutekommen. Der KfW Digitalisierungs-Check, der seit Februar 2025 verfügbar ist, unterstützt Unternehmen dabei, ihren Digitalisierungsgrad zu ermitteln und Angebote zur Weiterentwicklung einzuholen.

Freiberufler, Einzelunternehmen und Mittelständler mit einem Jahresgruppenumsatz von bis zu 500 Millionen Euro sind berechtigt, die Fördermittel zu beantragen. Neu ist auch die Haftungsfreistellung von 50 Prozent, die einen Teil des Ausfallrisikos abdeckt. Dies ist insbesondere für Unternehmen wichtig, die aufgrund finanzieller Hürden bei Innovations- und Digitalisierungsvorhaben Schwierigkeiten haben.

Der Stellenwert der Digitalisierung für die Wettbewerbsfähigkeit

Die KfW hebt hervor, dass digitale Technologien zentrale Treiber für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum im Mittelstand sind. Trotz der aktuell schwierigen Rahmenbedingungen zeigen Unternehmen mit einer klaren Digitalisierungsstrategie große Fortschritte. So nutzen bereits 20 Prozent der mittelständischen Unternehmen Künstliche Intelligenz, was einem Anstieg um das Fünf-Fache in den letzten sechs Jahren entspricht. Besonders vorreiterisch sind dabei Unternehmen mit Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.

Mit Digitalisierungsausgaben, die 2023 bei 31,9 Milliarden Euro liegen (ein Anstieg um 54 Prozent im Vergleich zu Vor-Corona-Jahren), ist zu beobachten, dass große Mittelständler den Großteil der Investitionen tätigen. Kleine Unternehmen stellen zwar 73 Prozent der Firmen mit Digitalisierungsprojekten, tragen aber nur 20 Prozent zu den Ausgaben bei. Diese Schere zeigt das Potenzial und gleichzeitig die Herausforderungen, denen KMU gegenüberstehen, wenn es um die Nutzung digitaler Technologien geht.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der Zugang zu Krediten für Digitalisierungsprojekte nach wie vor schwieriger ist als für Investitionen in Maschinen und Anlagen. Es wird daher entscheidend sein, wie die neuen Programme angenommen werden und inwieweit sie helfen, den Rückstand in der Digitalisierung auszugleichen. Der Bedarf an Unterstützung durch entsprechende Fördermaßnahmen bleibt ungebrochen, besonders in einer sich schnell verändernden wirtschaftlichen Landschaft, die intelligente Lösungen mehr denn je fordert.

Berliner Volksbank berichtet, dass …
Bundeswirtschaftsministerium hervorhebt, dass …
KfW analysiert, dass …