Disney Plus sieht sich derzeit mit massiven Einschränkungen hinsichtlich der Verfügbarkeit hochqualitativer Videoformate konfrontiert. Grund hierfür ist ein juristischer Streit mit dem technologischen Unternehmen InterDigital, der vor einem deutschen Gericht ausgetragen wird. Wie t3n berichtet, hat ein Gericht in München entschieden, dass Disney Plus gegen die Rechte von InterDigital verstößt, wenn es Videos mit dem dynamischen HDR-Bildformat streamt.
Infolge dieser Entscheidung mussten Disney Plus und seine Abonnenten erhebliche Einschränkungen hinnehmen. Insbesondere die Unterstützung für Dolby Vision und 3D-Inhalte wurde reduziert. Aktuell wird Disney+ in Deutschland lediglich im Standardformat HDR10 angeboten, und das trotz unverändertem Premium-Preis. Diese Situation betrifft mittlerweile auch Nutzer in anderen europäischen Ländern, einschließlich Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Portugal, Polen und Skandinavien, wie Digitalfernsehen berichtet.
Rechte der Abonnenten und Rückforderungen
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat die Situation als klaren Sachmangel eingestuft. Diese Beurteilung eröffnet den Abonnenten von Disney Plus die Möglichkeit, die Gebrauchstauglichkeit des Services anzufechten. Die Empfehlung lautet, dass Kunden für den Zeitraum, in dem die Bildqualität eingeschränkt war, das Entgelt mindern und einen Teil des Abo-Preises zurückfordern können. Die Verbraucherzentrale hat Disney außerdem wegen irreführender Werbung abgemahnt, da die hohe Tonqualität (Dolby Atmos) nicht für alle Audiospuren zur Verfügung steht.
Disney hat bereits die Notwendigkeit der Änderungen aufgrund des Gerichtsverfahrens bestätigt und bedauert die entstandenen Einschränkungen. Das Unternehmen arbeitet aktiv daran, Lösungen zu finden, um das bestmögliche Streaming-Erlebnis für seine Kunden zu bieten und hat die Unterstützung des Basis-HDR-Formats (HDR10) nach einer kurzen Unterbrechung bereits wiederhergestellt.
Ungewisse Zukunft für Dolby Vision
Die Unsicherheit über die Zukunft der Dolby Vision-Unterstützung bleibt jedoch bestehen. Es ist unklar, wie lange die Einschränkungen andauern werden und ob sie sich ggf. auf weitere Regionen ausweiten könnten, falls der Rechtsstreit weitergeht. Branchenbeobachter halten einen Zusammenhang zwischen dem Patentstreit und den Einschränkungen für wahrscheinlich, da die Abschaltungen im Anschluss an die gerichtliche Verfügung kurz nach deren Verkündung begannen.
Disney Plus hat außerdem Informationen zu Dolby Vision von seinen Support-Seiten entfernt, was die Spekulationen über die Schwere des aktuellen Konflikts anheizt. Disney bekräftigt, dass technische Probleme die Hauptursache für die Rücknahme sind, jedoch bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird, insbesondere in Anbetracht der Herausforderungen, die das Unternehmen in Europa durch den Patentstreit mit InterDigital zu bewältigen hat.