Die Verbraucherzentrale Hamburg hat erneut eine Produktveränderung als „Mogelpackung des Monats“ ausgezeichnet. Die Wahl fiel auf die Käse-Streusel-Backmischung von Dr. Oetker, bei der der Inhalt von 730 Gramm auf 370 Gramm reduziert wurde. Obwohl der Preis von 3,99 Euro auf 3,79 Euro gesenkt wurde, stellt dies eine versteckte Preiserhöhung von nahezu 87 Prozent dar, wodurch die Backmischung letztlich deutlich teurer wird. Diese Maßnahme wird von Dr. Oetker als „Neuprodukt“ mit dem Hinweis „Klassiker neu interpretiert“ präsentiert, was jedoch von der Verbraucherzentrale nicht akzeptiert wird. Die Zutaten der Backmischung selbst bleiben unverändert, nur die Menge der hinzugefügten Zutaten hat sich verringert.

Die Verbraucherzentrale spricht in diesem Zusammenhang von „Shrinkflation“, einem Begriff für versteckte Preiserhöhungen, die Verbraucher oft nur schwer erkennen können. Um derartigen Praktiken entgegenzuwirken, fordern Verbraucherschützer eine Kennzeichnung solcher indirekten Preiserhöhungen, um Transparenz im Supermarkt zu gewährleisten. Laut den Verbraucherschützern sind diese versteckten Preiserhöhungen mittlerweile Alltag und belasten die Verbraucher, insbesondere in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten. Beispiele für andere versteckte Preiserhöhungen zeigen, dass viele Unternehmen ähnliche Taktiken verwenden. So kostet der Gutbio Fencheltee von Aldi jetzt 1,19 Euro statt 1,49 Euro, aber enthält nur noch 20 Teebeutel anstatt 25, was einer Preiserhöhung von 50 Prozent entspricht. Auch Danone hat Inhalt und Verpackung einer Joghurt-Alternative verkleinert, wobei der Preis unverändert blieb, was den Unterschied unauffällig macht.

Die Rolle der Verbraucherschützer

Manuel Wiemann von Foodwatch kritisiert die Lebensmittelkonzerne scharf und fordert Maßnahmen von Bundesverbraucherschutzministerin Steffi Lemke gegen diese irreführenden Praktiken. Der Anstieg der Reklamationen über versteckte Preiserhöhungen hat Ende August einen Rekord erreicht. Verbraucherzentralen und Organisationen wie Foodwatch fordern neben der Transparenz auch, dass betroffene Produkte klar gekennzeichnet werden, um den Käufern eine informierte Kaufentscheidung zu ermöglichen.

In Zeiten der Inflation und steigenden Preisen ist es für Unternehmen besonders wichtig, transparente Praktiken zu verfolgen und die Verbraucher fair zu behandeln. Doch viele nutzen die schwierige wirtschaftliche Lage, um ihre Gewinne auf Kosten der Verbraucher zu steigern, was als intransparent und unethisch angesehen wird. Die Verbraucherzentrale Hamburg wird ihren Kurs fortsetzen, um derartigen Ungerechtigkeiten entgegenzuwirken und für Klarheit im Supermarkt zu sorgen. Weitere Informationen zu ähnlichen Themen finden Sie bei Öko-Test und Tagesschau.