Die Einführung elektronischer Rechnungen steht sowohl in Vietnam als auch in Deutschland vor großen Veränderungen und Herausforderungen. In Vietnam hat die Regierung am 20. März 2025 das Dekret 70/2025/ND-CP erlassen, um das bestehende Dekret 123/2020/ND-CP über Rechnungen und Dokumente zu aktualisieren. Ab dem 1. Juni 2025 sind Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 1 Milliarde VND verpflichtet, elektronische Rechnungen zu verwenden. Diese Rechnungen müssen von Kassensystemen generiert und an die Steuerbehörden übermittelt werden. Laut vietnam.vn haben bis zum 15. Juli 2025 bereits 252.635 Unternehmen für die Nutzung elektronischer Kassenrechnungen registriert, was einen bedeutenden Anstieg darstellt.

Die Einführung dieser Technologie soll die Transparenz im Geschäftsbetrieb erhöhen und die Effizienz der Steuerverwaltung verbessern. Allerdings gibt es signifikante Hürden, wie Ängste vor Strafen und technische Probleme. Viele Geschäftsinhaber äußern Bedenken hinsichtlich der Kosten und des Aufwands für Schulungen, was eine umfassende Unterstützung durch die Steuerbehörden erforderlich macht. Dazu zählen technische Hilfe und Schulungen für verschiedene Branchen zur Installation von Rechnungsvorlagen.

Ähnliche Entwicklungen in Deutschland

In Deutschland wurde ebenfalls ein neuer Rechtsrahmen für elektronische Rechnungen geschaffen. Ab dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen im B2B-Bereich E-Rechnungen empfangen und verarbeiten können, wie das Bundesfinanzministerium auf bundesfinanzministerium.de erläutert. Diese E-Rechnungen müssen in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt werden, dabei sind einfache PDF-Dokumente nur bis zu einem bestimmten Datum zulässig. Ausnahmen von der E-Rechnungspflicht betreffen Rechnungen an Endverbraucher sowie Kleinbetragsrechnungen bis 250 Euro.

Die Umstellung auf E-Rechnungen stellt für viele Unternehmen eine Herausforderung dar, insbesondere für Steuerkanzleien, die ebenfalls auf diese Veränderungen reagieren müssen. Laut haufe.de müssen Steuerkanzleien ihre Mandanten darauf vorbereiten und systematische Beratung anbieten. Die Digitalisierung des Rechnungswesens kann nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Produktivität in den Unternehmen fördern.

Chancen und Herausforderungen

Die elektronische Rechnungsstellung in beiden Ländern bietet zahlreiche Chancen zur Optimierung von Geschäftsprozessen. In Vietnam wird erwartet, dass die neuen digitalen Methoden die Effizienz steigern und die Steuerverwaltung verbessern. In Deutschland hingegen wird durch die Einführung von E-Rechnungen die Grundlage für eine breite digitale Transformation im Rechnungswesen gelegt, da Unternehmen künftig vermehrt auf elektronische Prozesse umschalten müssen.

Trotz der potenziellen Vorteile sehen sich Unternehmen und Steuerberater mit Herausforderungen konfrontiert. Dazu gehören die Anpassung der Software zur Verarbeitung von E-Rechnungen sowie das Erforderliche zur Gewährleistung der ordnungsgemäßen Dokumentation. Um die Akzeptanz dieser neuen Technologien zu fördern, muss der Fokus sowohl in Vietnam als auch in Deutschland daraufliegen, Unterstützung statt Strafen anzubieten.