Elmar Müller, ein Landwirt aus Einhart bei Ostrach, hat den Neubau eines modernen und tierwohlgerechten Schweinestalls geplant. Der Gemeinderat hat bereits grünes Licht für das Vorhaben gegeben, das mit einer Investitionssumme von rund einer Million Euro verbunden ist. Der neue Stall wird speziell für die Produktion von Mastschweinen für das Edeka-Programm „Hofglück“ gestaltet. Dabei stammen die Ferkel aus einem definierten Partnerbetrieb, dem Greisle-Hof in Unterweiler. Die Vorgaben für die neue Stallanlage beinhalten mehr Platz pro Tier, die Verwendung von zertifiziertem europäischem Soja in der Fütterung sowie einen Langschwanzstandard, der das routinemäßige Kupieren der Schwänze vermeidet. Müller blickt auf eine erfolgreiche Geschichte zurück; aufgrund einer speziellen Fütterung sind die Tiere ruhiger, und in den letzten zehn Jahren gab es kaum Probleme mit Schwanzbeißen.
Klimatische Veränderungen stellen eine Herausforderung für den bestehenden Stall dar, der auf der Südwestseite bislang genutzt wird und bald stillgelegt werden soll. Der geplante Neubau wird bis zu 30 mal 45 Meter messen und großzügigen Auslauf bieten – 50 Prozent überdacht und 50 Prozent in freier Fläche, um den Biorichtlinien gerecht zu werden. Derzeit stehen für die Mastplätze 1,5 Quadratmeter zur Verfügung, künftig sollen rund 900 statt der bisherigen 700 Mastplätze geschaffen werden. Zudem wird der Arbeitsaufwand durch die neue Bauweise voraussichtlich von einem täglichen Misten auf zwei Mal pro Woche reduziert.
Das Hofglück-Programm im Fokus
Die Marke Hofglück, unter der Müller seine Mastschweine vermarktet, steht seit zehn Jahren für Fleisch- und Wurstwaren mit einem klaren Fokus auf Tierwohl und regionale Landwirtschaft. EDEKA Südwest, ein bedeutender Partner in dieser Initiative, ist einer der größten Vermarkter von Schweinefleisch in Haltungsform 4 in Deutschland und hat seit dem Start des Markenfleischprogramms im Jahr 2015 bereits rund 600.000 Tiere über das Hofglück-Programm vermarktet. Das Sortiment umfasst etwa 150 Artikel, die unter anderem in den Regionalprogrammen von EDEKA Südwest angeboten werden. Laut EDEKA Südwest sind die Produkte mit zwei Sternen des Tierschutzlabels „Für Mehr Tierschutz“ sowie der Stufe 4 der Kennzeichnung „Haltungsform“ ausgezeichnet.
Um den Tierschutz weiter zu fördern, bietet das Haltungsform-Siegel eine klare Orientierung beim Kauf von Fleisch. Das System ist seit April 2019 in Deutschland etabliert und umfasst nun fünf Stufen, die die Lebensbedingungen der Tiere kennzeichnen. Insbesondere die höheren Haltungsformen erfordern aufwendigere Tierhaltungspraktiken und haben erfahrungsgemäß Einfluss auf die Preisgestaltung. So können Bio-Produkte, die der höchsten Stufe 5 entsprechen, bis zu viermal so teuer sein wie Standardfleisch der Stufe 2. Dies wird zunehmend auch von den Verbrauchern honoriert, die wachsende Anteile an hochwertigen tierischen Produkten verlangen.
Müllers Neuerung im Stallbau soll nicht nur dem Tierwohl zugutekommen, sondern auch die Arbeitsbedingungen verbessern und unternehmerische Flexibilität ermöglichen. Obwohl es unklar bleibt, ob Müller tatsächlich auf Bio umstellen wird, soll die Investition alle Optionen offenhalten. Durch die enge Zusammenarbeit mit EDEKA, die bereits mehrere Verträge mit den Schweinehaltern gut etabliert hat, wird sichergestellt, dass die Produkte unter dem geschätzten Hofglück-Label vermarktet werden können.