Am 2. März 2026 fiel der DAX um mehr als 2 % und erreichte einen Stand von rund 24.700 Punkten. Dieser Rückgang von 2,3 % wird vor allem auf die aktuellen Spannungen im Nahen Osten zurückgeführt, insbesondere auf die militärischen Aggressionen zwischen den USA, Israel und Iran. [tagesschau.de] berichtet, dass auch andere europäische Indizes, wie der CAC 40 und der EuroStoxx 50, analog um 2,3 % bzw. 2,4 % sanken.
Die Investoren reagieren auf die aufkommende Krise, indem sie sichere Anlagen bevorzugen. Dies hat dazu geführt, dass die Preise für Gold und Rohöl ansteigen. Der Goldpreis überstieg kürzlich 5.400 USD pro Feinunze, während die Ölpreise die höchsten Werte seit Monaten erreichen. Marktexperte Ulrich Stephan von der Deutschen Bank warnt vor den möglichen Konsequenzen eines Anstiegs der Ölpreise. Ein Anstieg um 15 USD pro Barrel könnte die Verbraucherpreise in der Eurozone um fast 0,5 % erhöhen. Ein solcher Anstieg der Ölpreise könnte die deutsche Wirtschaft erheblich belasten, die bereits als klarer Verlierer der Situation eingeschätzt wird.
Geopolitische Spannungen und ihre Folgen
Die Reaktion des Iran auf die Angriffe wurde durch Beschränkungen des Schiffsverkehrs in der strategisch wichtigen Straße von Hormus deutlich. Diese Passage ist kritisch für den globalen Öltransfer, da etwa ein Fünftel des weltweiten Öltransports dort täglich abgewickelt wird. Die zunehmenden Spannungen und die drohende Schließung haben die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen lassen. So stieg der Preis für Brent-Öl zu Beginn des Handels um mehr als 10 % auf 82,37 USD pro Barrel, einen Wert, der den höchsten Preis seit Juli 2024 markiert. [sueddeutsche.de] berichtet, dass Brent-Öl später auf 78,05 USD und WTI-Öl auf 71,52 USD fiel.
Zusätzlich warnt Jörg Krämer von der Commerzbank, dass der Brent-Preis bei einer längerfristigen Schließung der Straße von Hormus auf bis zu 100 USD steigen könnte. Höhere Ölpreise haben auch direkte Auswirkungen auf die Inflation im Euro-Raum, die um mehr als einen Prozentpunkt ansteigen könnte. Am Montag wurden bereits Preiserhöhungen bei Benzin und Diesel verzeichnet, mit einem Anstieg von 1,6 Cent bzw. 1,3 Cent.
Marktentwicklungen und Anlegerverhalten
An den europäischen Börsen dominieren defensive Positionierungen und Absicherungsstrategien. Aktien im Rüstungssektor, wie die von Rheinmetall, stiegen um mehr als 4 %, während Werte von Airlines und Reiseveranstaltern starken Rückgang erlitten. So sank der Kurs von Lufthansa um fast 6 %. Einige zentrale Flughäfen in der Golfregion sind wegen des Konflikts bereits geschlossen, was den internationalen Flugverkehr erheblich beeinträchtigt.
Die US-Börsen zeigen ebenfalls negative Tendenzen, wobei Futures für den Dow Jones und den S&P 500 bereits über 1 % im Minus liegen. Marktbeobachter befürchten, dass die Technologiebörse Nasdaq die heftigsten Kurseinbußen erleben könnte. Angesichts der instabilen Marktlage schichten viele Investoren ihr Kapital in sichere Anlagen um, insbesondere in Gold und den US-Dollar, was die jüngste Rally des Goldpreises erklärt, der um 2,2 % auf über 5.390 USD pro Unze gestiegen ist, die längste Rally seit 1973.
Insgesamt zeigt sich, dass die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die ökonomische Stabilität einer Region haben, sondern auch auf das globale Wirtschaftswachstum. Holger Schmieding von Berenberg betont, dass die möglichen Auswirkungen auf das Wachstum nicht unterschätzt werden dürfen. Die Dynamik auf den Rohstoffmärkten bleibt angespannt und könnte, je nach weiteren Entwicklungen, zu einer noch stärkeren Volatilität führen.