Am 27. Februar 2026 startet das Interreg-Projekt „Drive2Transform“, das die Transformation der Automobil- und Zulieferindustrie in Mitteleuropa zum Ziel hat. Die Initiative wird von der EU-Kommission mit knapp 1,8 Millionen Euro gefördert und läuft von Juni 2024 bis November 2026. Die Gesamtkoordination liegt in den Händen des Clusters Mobility & Logistics der TechBase Regensburg GmbH. Ein zentrales Anliegen des Projekts ist die Unterstützung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) sowie politischen Entscheidungsträgern in den Bereichen Dekarbonisierung, Digitalisierung und Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt hebt hervor, dass Innovationskraft, Investitionen und europäische Zusammenarbeit essenziell für diesen Wandel sind.
Im Rahmen des Projekts wird ein internationaler Transformations-Readiness-Index entwickelt, der die Fortschritte in der Elektrifizierung, Automatisierung, Konnektivität und Plattformökonomie analysiert. Darüber hinaus werden spezifische Handlungsempfehlungen für die Wirtschaft und die Politik erarbeitet. Durch maßgeschneiderte Analysen in den einzelnen Regionen und den Austausch mit anderen industriellen Standorten soll eine effektive Transformation unterstützt werden. Wichtige Themen sind faire Wettbewerbsbedingungen, Technologieoffenheit, Kostenentlastungen sowie ein verlässlicher Förderrahmen, unterstützt durch das Interreg Central Europe Programm und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.
Nachhaltigkeit in der Automobilindustrie
Die Automobilindustrie in Deutschland durchläuft einen grundlegenden Strukturwandel, der von der Ford Motor Company und dem Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen aktiv mitgestaltet wird. In diesem Kontext wird das Projekt „Green Factory of the Future“ verfolgt, das eine nachhaltigere Fahrzeugproduktion zum Ziel hat. Die Bundesregierung hat einen „Expertenkreis Transformation der Automobilwirtschaft“ eingerichtet, der konkrete Handlungsempfehlungen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erarbeitet.
Um die geforderte Dekarbonisierung und höhere Nachhaltigkeit zu erreichen, müssen die Antriebskonzepte sowie die Gestaltung der Automobilfabriken revolutioniert werden. Ein zentrales Handlungsfeld ist die Entwicklung eines ganzheitlichen Produktionssystems und die Skalierung von Schlüsseltechnologien. Im Fokus steht die verantwortungsvolle Transformation der Produktion hin zu batterieelektrischen Fahrzeugen, wobei ein Bewertungsmodell zur Schaffung von Transparenz in der Nachhaltigkeitstransformation und zur Etablierung der „Positive Impact Factory“ entwickelt wird. Diese Fabrik soll einen positiven Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft haben.
Praktische Umsetzung und Erfolge
Ein Pilotstandort des Projekts ist Köln-Niehl, wo Maßnahmen zur Transformation von Linear- zu Kreislaufwirtschaft identifiziert wurden. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Wiederverwendung und dem Werterhalt von Verpackungs- und Produktionsmitteln. Das „Ford Positive Impact Maturity Model“ (FPIMM) spielt eine zentrale Rolle, um den Fortschritt zu bewerten und Verbesserungen abzuleiten. Es umfasst 194 Indikatoren und sechs Reifegradstufen, wobei die höchste Stufe eine erfolgreiche Verknüpfung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit beschreibt.
Die Validierung des Reifegradmodells zeigt, dass der Standort Köln-Niehl ein überdurchschnittliches Nachhaltigkeitsniveau erreicht hat. Die Umweltschutzteams dort haben sich als wichtige Impulsgeber für die Transformation zur „Positive Impact Factory“ etabliert. Zudem fördert das Werkzeugmaschinenlabor WZL kontinuierlich die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie durch gezielte Forschungs- und Implementierungsprojekte in der Produktionstechnik.
Das gesamte Vorhaben zeigt, wie wichtig eine koordinierte europäische Strategie ist, um die Herausforderungen der Dekarbonisierung und der Digitalisierung in der Automobilbranche erfolgreich zu meistern. Ein systemischer Ansatz, der technologische Innovationen und nachhaltige Praktiken verbindet, könnte nicht nur der Industrie, sondern auch der Gesellschaft als Ganzes zugutekommen.