Der Finanzmarkt hat sich in jüngster Zeit spürbar verändert, wobei europäische „Old Economy“-Aktien an Attraktivität gewinnen. US-Investoren ziehen es vor, von teuren Technologie-Aktien Abstand zu nehmen, um Risiken zu minimieren. Laut tagesschau.de flossen im Februar über 10 Milliarden Dollar in europäische Aktien, was zu neuen Rekordständen für den Stoxx 600 sowie Märkte in Spanien, Frankreich und dem FTSE-100 führte. Der DAX bleibt weiterhin nahe seinem Rekordhoch von 25.507 Punkten, trotz mäßiger Wachstumsperspektiven.

Der Trend zur Diversifikation wird auch durch neue europäische Rüstungsprogramme, die im Kontext des Ukraine-Kriegs ins Leben gerufen wurden, angetrieben. Die Aktie von Rheinmetall gehört zu den größten Gewinnern im DAX. Dies spiegelt sich in der allgemeinen Bewegung von Investoren wider, die versuchen, aus dem teuren US-Markt in europäische Qualitätstitel umzuschichten. Angesichts dieser Entwicklungen zeigt der DAX am Nachmittag ein leichtes Plus von 0,4 Prozent.

Die Rolle der Künstlichen Intelligenz

Der Goldrausch rund um Künstliche Intelligenz (KI) hat sich bereits verlangsamt, dennoch bleibt die Thematik bedeutend. In den USA diskutieren Experten über die Rentabilität von KI-Investitionen. Fünf der größten Tech-Konzerne planen, fast 700 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur zu investieren. Gleichzeitig hat die Technologie wie ChatGPT, die im November 2022 vorgestellt wurde, den Technologiewerten einen Auftrieb gegeben. Dennoch sehen Analysten, wie Howard Marks von Oaktree Capital Management, keinen Blasenstatus für KI-Technologie an den Finanzmärkten.

In Europa blüht die KI-Branche, wie heise.de berichtet. Internationale Investoren zeigen großes Interesse an europäischen KI-Start-ups, die im Jahr 2022 insgesamt 23,5 Milliarden Euro einsammelten – mehr als ein Drittel des gesamten europäischen Risikokapitals. Besonders hervorzuheben ist der Anstieg von Investitionen in Verteidigungs- und sicherheitsrelevante Technologien, die um 55 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro stiegen.

Marktprognosen und Herausforderungen

Trotz eines optimistischen Ausblicks auf die wirtschaftlichen Veränderungen durch Machine Learning und generative KI gibt es auch Warnungen. Kritiker Ihres Sektors weisen auf fundamentale Schwächen hin, insbesondere die Gefahren von Halluzinationen in großen Sprachmodellen und das Fehlen eines echten Weltverständnisses. Die Diskussion über die potenziellen Herausforderungen und Chancen wird von Analysten beleuchtet, die die kurz- und langfristige Entwicklung des Marktes kritisch verfolgen.

Insgesamt ist der europäische Markt jedoch auf Erholungskurs. Deutsche Bank empfiehlt, den Anteil europäischer Aktien im Portfolio zu erhöhen, mit einem Kursziel für den STOXX-600-Index von 650 Punkten bis Ende nächsten Jahres. Während das Wachstumspotenzial europäischer Aktien von Banken wie Citigroup und Societe Generale als weitgehend ausgeschöpft angesehen wird, wird von Berenberg auch auf strukturelle Schwächen in der Luxusbranche hingewiesen.