Die Münchner Sicherheitskonferenz 2026, die am vergangenen Wochenende stattgefunden hat, stellte den Weltraum in den Fokus. Experten warnen, dass Europa den Anschluss an führende Nationen wie die USA nicht verlieren darf. In diesem Zusammenhang forderte Josef Aschbacher, der Chef der europäischen Raumfahrtbehörde ESA, eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den europäischen Staaten im Bereich der Weltrauminfrastruktur. Laut deraktionaer.de ist es entscheidend, nationale Kapazitäten in ein gemeinsames europäisches System zu integrieren.

Aschbacher betonte die Stärken Europas in Technologie, Ingenieuren und Industrie, wies jedoch auch auf Defizite hin. Europa investiert deutlich weniger in den Weltraum als die USA, die sechs Mal so viel öffentliche Mittel bereitstellen. In Anbetracht der sich verändernden sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen plant Europa den Ausbau seiner Weltrauminfrastruktur. Unterstützung durch Milliardenbudgets und technologische Exzellenz ist hierfür unerlässlich, betont produktion.de.

Pooling and Sharing als Strategie

Das Konzept des „pooling and sharing“ wird als zentral angesehen, um die Effizienz zu steigern und strategische Abhängigkeiten zu reduzieren. Die ESA verfolgt das Ziel, nationale Programme nicht isoliert zu entwickeln, sondern in eine gemeinsame Architektur einzubetten. Aschbacher kündigte an, dass die ESA künftig auch im Bereich Verteidigung und Sicherheit aktiv werden werde, um den veränderten Bedrohungen gerecht zu werden. Ein Rekordbudget von fast 22,3 Milliarden Euro wurde bereits im November beschlossen, was zeigt, dass in diesem Bereich intensiv investiert wird.

Zusätzlich ist geplant, dass Deutschland bis 2030 Investitionen von 35 Milliarden Euro in Weltraumprojekte und Sicherheitsarchitektur tätigt. Die Bedeutung der Weltraumtechnologien zur Unterstützung der Verteidigung und Sicherheit nimmt zu, so Aschbacher weiter. Dies zeigt sich unter anderem an den geplanten Satellitenkonstellationen und der Entwicklung von gesicherten Transportfähigkeiten ins All.

Das europäische Weltraumprogramm

Das Weltraumprogramm der Europäischen Union, das zusammen mit der ESA verwaltet wird, hat sich zum Ziel gesetzt, die internationale Wettbewerbsfähigkeit Europas im Bereich der Weltraumtechnologie zu erhöhen. Der EU-ESA-Rahmenabkommen wurde 2003 unterzeichnet, um die Zusammenarbeit zu formalisieren. Projekte wie das Navigationssystem Galileo und das Copernicus-Programm für globale Beobachtungssatelliten sind Teil dieser Strategie. Im April 2021 genehmigte die EU Investitionen von etwa 15 Milliarden Euro bis 2027, um die ersten drei Projekte weiter voranzutreiben.

Zusammenfassend zeigt sich, dass der Weltraum in den kommenden Monaten eine immer größere Rolle spielen könnte. Die Forderung nach einer engeren Zusammenarbeit und die geplanten Investitionen könnten nicht nur die technologische Exzellenz Europas stärken, sondern auch dazu beitragen, die strategische Unabhängigkeit zu wahren.