In der Stadt Meinerzhagen wurden erhebliche Investitionen in neue Radabstellanlagen getätigt, doch die Nutzung bleibt hinter den Erwartungen zurück. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht von come-on.de hebt hervor, dass im letzten Jahr 31 neue Fahrradbügel installiert wurden, die Teil eines interkommunalen Leader-Projekts sind. In insgesamt fünf Kommunen – Halver, Herscheid, Kierspe, Schalksmühle und Meinerzhagen – wurden 221 neue Abstell- und Anlehnbügel geschaffen, um die Fahrradinfrastruktur zu stärken und Radfahren im Alltag attraktiver zu machen.

Die Abstellmöglichkeiten wurden an stark frequentierten Orten eingerichtet, darunter das Freibad Valbert und verschiedene zentrale Straßen. Trotz dieser Bemühungen äußert CDU-Ratsherr Volkmar Rüsche Kritik an der niedrigen Nutzung dieser neuen Anlagen, insbesondere des Radparkhauses am Bahnhof, welches 2025 eröffnet wurde und Platz für 36 Fahrräder sowie 14 Schließfächer mit E-Bike-Akku-Lademöglichkeiten bietet. Die Mietpreise für die Nutzung betragen 1 Euro für 24 Stunden oder 10 Euro pro Monat.

Nutzung und Herausforderungen

Klimaschutzmanager Eric Ludewig bringt externe Faktoren ins Spiel, wie etwa unzuverlässige Bahnverbindungen, die die Nutzung des Rads beeinträchtigen könnten. In diesem Jahr plant die Stadt eine Kampagne des „Zukunftsnetzes Mobilität“, um das Radpendeln weiter zu fördern. Bürger sollen bereits während ihrer Spaziergänge durch die Stadt über die verschiedenen Abstellmöglichkeiten informiert werden.

Die Investitionen in die Fahrradinfrastruktur reflektieren auch einen breiteren Trend, den der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in seinen Leitlinien zur Radverkehrsinfrastruktur beschreibt. Der ADFC hat 15 Leitlinien entwickelt, die darauf abzielen, die Radverkehrsinfrastruktur in Deutschland zu verbessern, um mehr Menschen zum Radfahren zu bewegen. Wesentliche Punkte sind die Schaffung von durchgängigen und qualitativ hochwertigen Radverkehrsnetzen, die für alle Radfahrenden, unabhängig von Alter und Fähigkeiten, intuitiv nutzbar und attraktiv sind.

Die Zukunft des Radverkehrs

Ein wachsendes Bewusstsein für nachhaltige Mobilität trägt zudem zur Nutzerentwicklung bei. Laut Mobilitätsforum gewinnt der Umstieg auf das Fahrrad als umweltfreundliche Alternative an Bedeutung. Der Ausbau des Radverkehrs sowie die Verbreitung von E-Bikes und (E-)Lastenrädern sind Teil dieser Entwicklung. Das Projekt zielt darauf ab, die Verkehrsleistung durch detaillierte Beobachtungen und Analysen des Radverkehrs in Deutschland zu verdoppeln.

Die Herstellung von verlässlichen Daten über das Radfahren ist entscheidend, um eine transparente Darstellung der Radverkehrsentwicklung zu ermöglichen und weitere Potenziale zu identifizieren. Eine solche korsale Betrachtung könnte nicht nur der Stadt Meinerzhagen, sondern auch anderen Kommunen als Vorgabe dienen, um die Lebensqualität durch beidhändig geplante Radinfrastrukturen zu steigern.