Am 1. Januar 2026 wurde bekannt, dass Deutschland und Frankreich die Entscheidung über das geplante Luftkampfsystem FCAS erneut auf unbestimmte Zeit vertagt haben. Dies geschah trotz der anfänglichen Planung, bis zum Jahresende eine abschließende Entscheidung zu treffen. Wie finanzen.net berichtet, sind die Verzögerungen auf umfassende außen- und sicherheitspolitische Themen zurückzuführen, die eine Befassung auf der Ebene der Präsidenten und des Bundeskanzlers momentan nicht ermöglichen.
Das Future Combat Air System (FCAS) soll ab 2040 die Eurofighter der Bundeswehr und die französische Rafale ablösen. Das Projekt, das als das größte und teuerste europäische Rüstungsprojekt gilt, wird auf einen dreistelligen Milliardenbetrag geschätzt. Ursprünglich war geplant, die Entscheidung bereits bis zum deutsch-französischen Ministerrat Ende August zu treffen, was jedoch nicht gelang. Nach Angaben eines Regierungssprechers wurde kein neues Datum für die Entscheidungsfindung genannt, was die Verhandlungen weiter belastet.
Politische Spannungen und Differenzen
Das Projekt steht vor erheblichen Herausforderungen, die durch Differenzen über die Beteiligung der beteiligten Unternehmen Dasault (Frankreich), Airbus Deutschland und Indra (Spanien) verschärft werden. Die Zeit hebt hervor, dass Dassault anstrebt, 80 Prozent des Projekts zu übernehmen, während Deutschland auf eine gleichmäßige Beteiligung besteht.
Ein möglicher Kompromiss könnte vorsehen, zwei Kampfjets zu produzieren, die von Dassault und Airbus hergestellt werden sollen. Zudem gibt es Überlegungen, das Gemeinschaftsprojekt auf die „Combat Cloud“ und begleitende Drohnen zu reduzieren, was zusätzliche Kosten und Exportprobleme mit sich bringen könnte. Auch die Rolle deutscher Zulieferer wie HENSOLDT in der Integration moderner Sensorik und Systeme wird diskutiert.
Konsequenzen eines Scheiterns
Die Verhandlungen und die damit verbundenen Differenzen haben bereits zu Spekulationen über ein mögliches Umschwenken Deutschlands auf das Global Combat Air Programme (GCAP) der Briten, Italiener und Japaner geführt. Ein Scheitern des FCAS wäre nicht nur ein Rückschlag für die technologischen Ambitionen der Europäischen Union, sondern könnte auch erhebliche Folgen für die deutsch-französische Rüstungskooperation und die bilateralen Beziehungen haben. Diese Aspekte unterstreichen die Bedeutung einer Einigung für die zukünftige sicherheitspolitische Zusammenarbeit in Europa. Weitere Informationen zur Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums der Verteidigung.