Am 12. März 2026 findet in der Stadthalle Falkensee ein wichtiger Stammtisch für Unternehmerinnen und Gründerinnen statt. Organisiert von der Wirtschaftsförderung der Stadt im Rahmen der Brandenburgischen Frauenwochen unter dem Motto „WTF – Wut trifft Feminismus“, soll diese Veranstaltung strukturelle Ungleichheiten beim Gründen in Brandenburg beleuchten. Die Projektleiterin Susann Schmelzer von Social Impact gGmbH wird die Herausforderungen thematisieren, mit denen viele Gründerinnen konfrontiert sind.
Unternehmertum wird häufig als individuelle Entscheidung betrachtet, doch zahlreiche Gründerinnen sehen sich mit tief verwurzelten gesellschaftlichen Machtverhältnissen konfrontiert, die den Zugang zu Finanzierung und Netzwerken erschweren. Zudem sind die Verteilungsmechanismen von Care-Arbeit in der Gesellschaft weiterhin ungerecht. Die Förderlogiken orientieren sich oft an männlichen Erwerbsbiografien, was die Situation für Frauen zusätzlich verschärft. Der Stammtisch wird diesen Fragen in einem offenen Austausch nachgehen.
Zentrale Fragen der Veranstaltung
Die Agenda umfasst verschiedene Leitfragen, die für den Dialog von zentraler Bedeutung sind:
- Warum haben Frauen schlechteren Zugang zu Kapital und Netzwerken?
- Wie beeinflusst die Care-Arbeit Gründungsentscheidungen und -chancen?
- Welche Rolle spielen Förderprogramme und politische Entscheidungen in Brandenburg?
- Wie kann eine feministische Wirtschaftspolitik Gründerinnen stärken?
Für das leibliche Wohl der Teilnehmenden ist gesorgt, und es gibt ausreichend Zeit, um Erfahrungen und Informationen zu unternehmerischen Themen auszutauschen. Teilnehmerinnen sind eingeladen, Informationen über ihr eigenes Business auf einem Netzwerktisch zu platzieren. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist kostenlos, jedoch wird um eine Anmeldung per E-Mail gebeten.
Herausforderungen für Frauen in der Wirtschaft
Trotz Fortschritte in den letzten Jahren bleibt die Gleichstellung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt ein unerreichtes Ziel. Laut aktuellen Berichten arbeiten 75% der Beschäftigten in Deutschland in Unternehmen ohne Frauen in der obersten Führungsebene. In 160 börsennotierten Unternehmen beträgt der Frauenanteil in Vorständen lediglich 19,7% – ein Zeichen dafür, dass viele strukturelle Barrieren weiterhin bestehen.
Politische Maßnahmen wie das Führungspositionengesetz I, das einen Mindestanteil von 30% Frauen in Aufsichtsräten festgelegt hat, und das verschärfte FüPoG II aus dem Jahr 2021, das mindestens eine Frau in Vorständen verlangt, zeigen zwar Fortschritte, sind jedoch noch nicht ausreichend. In anderen Ländern, wie Großbritannien, liegt der Frauenanteil in Führungspositionen bereits bei 32%. Es sind umfassendere Reformen notwendig, um eine echte Chancengleichheit zu gewährleisten.
Ein weiterer zentraler Punkt betrifft die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Der Gender Lifetime Earnings Gap zeigt, dass Mütter im Laufe ihres Lebens bis zu 70% weniger verdienen können als ihre männlichen Kollegen, was viele Frauen in finanzielle Abhängigkeit drängt. Verbesserungen in der Kinderbetreuung und eine Reform des Ehegattensplittings sind nur einige der Vorschläge, die zur Förderung der Gleichstellung und zur Verbesserung der unternehmerischen Chancen für Frauen diskutiert werden.
Die bevorstehende Veranstaltung in Falkensee bietet eine Plattform, um diese Herausforderungen anzusprechen und Lösungen zu entwickeln, die Gründerinnen stärken könnten. Um mehr über die Veranstaltung zu erfahren, besuche Falkensee oder für weitere Informationen zur Situation der Geschlechterverhältnisse in der Wirtschaft, siehe bpb.de.



