Marie-Luise Brümmer, die über viele Jahre Mitglied der Landessynode war, hat das Amt im Finanzausschuss nun verlassen. Sie trug maßgeblich zur finanziellen Gestaltung der Kirche bei und verantwortete insgesamt sechs Haushalte, darunter drei als Vorsitzende des Ausschusses. Mit ihrer fundierten Erfahrung als ehemalige Bankdirektorin hatte sie sich entschieden, ihre Kompetenzen für die finanzielle Nachhaltigkeit der Kirche einzusetzen. Die Landeskirche Hannovers berichtet, dass es in der Kirche ein Spannungsfeld zwischen theologischen Ansätzen und den verfügbaren finanziellen Ressourcen gibt. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen befinden sich die Kirchen in einem tiefgreifenden Transformationsprozess, in dem Einsparungen notwendig sind.
Brümmer betont die essentielle Bedeutung von Transparenz in Bezug auf die Einnahmen und Ausgaben der Kirche. Zu den Einnahmequellen zählen nicht nur der Klingelbeutel und die Kirchensteuer, sondern auch der Besitz von Ländereien. Die Ausgaben beziehen sich unter anderem auf Friedens- und Kulturarbeit sowie Digitalisierung. Um den finanziellen Herausforderungen zu begegnen, wurden seitens der Synode spezifische Aufträge an den Finanzausschuss erteilt, darunter die Einstellung von Fundraising-Personal in verschiedenen Kirchenkreisen. Ein erfolgreiches Projekt zur Unterstützung dieser Aufgabe wurde bereits umgesetzt.
Die Herausforderungen und Chancen der Kirchenfinanzierung
Die gegenwärtigen Herausforderungen liegen vor allem in der Finanzierung von Umwelt- und Klimaschutzprojekten sowie der Absicherung von Versorgungsleistungen für pensionierte Beamte. Auch wenn die Organisation der Finanzabteilung als gut beschrieben wird, bleibt die Sicherstellung der finanziellen Stabilität eine kritische Aufgabe. Brümmer verlässt ihr Amt mit der Überzeugung, dass der Transformationsprozess positive Ergebnisse bringen wird und zeigt sich dankbar für die Zusammenarbeit im Finanzausschuss. Sie plant, sich künftig wieder intensiver der Zucht hannoverscher Dressurpferde zu widmen.
Der Wandel in der Finanzierung von Kirchengemeinden ist nicht neu. In seinem Buch „Kirche in der finanziellen Transformation. Fundraising für evangelische Kirchengemeinden“ beschreibt Frank Weyen Fundraising als eine wichtige Disziplin zur Unterstützung von Kirchen. Dieses Buch untersucht auch die Notwendigkeit von Geldmittelbeschaffungsstrategien und das Verhältnis der Kirchen zu ihren Gemeinden. Fundraising wird nicht nur als eine Methode zur Geldbeschaffung gesehen, sondern auch als ein langfristiges Beziehungsmanagement, das die Kirchen in einem sich verändernden Umfeld unterstützen kann. Die ThLZ stellt fest, dass das Projekt, Fundraising als eine praktische Anwendung innerhalb der Theologie zu etablieren, auf gemischte Resonanz stößt.
Strategien zur finanziellen Stabilität
Kirchen benötigen kontinuierlich finanzielle Mittel zur Durchführung ihrer Mission, insbesondere für Bau- und Renovierungsprojekte. Strategische Planung und effektive Umsetzung sind entscheidend, um die benötigten Mittel zu beschaffen. Dabei spielen Spenden von Mitgliedern, Fundraising-Veranstaltungen sowie staatliche Zuschüsse eine zentrale Rolle. Regelmäßige Zusagenkampagnen und Storytelling sind bewährte Methoden, um Spender emotional zu erreichen und langfristig an die Gemeinden zu binden. Neben diesen Strategien ist auch die Nutzung von Technologien zur Verbreitung von Botschaften über verschiedene Kanäle von großer Bedeutung. ChMeetings hebt hervor, dass Gemeinden, wenn sie transparent über ihre Mittelverwendung informieren, das Vertrauen ihrer Mitglieder stärken und gesetzliche Vorschriften einhalten können.
Die Herausforderungen in der Kirchenfinanzierung sind vielfältig und erfordern innovative Ansätze sowie die Einbeziehung aller Ressourcen. Mit einem klaren Fokus auf Transparenz und kreativem Fundraising sind die Kirchen jedoch gut aufgestellt, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.