In Münster gibt es besorgniserregende Entwicklungen hinsichtlich der Altersvorsorge, insbesondere für Frauen. Laut einem Bericht von WN steigt der Anteil der Menschen, die im Alter mit ihren Einkünften nicht auskommen, wobei Frauen besonders betroffen sind. Dies wird durch die Verbraucherzentrale Münster aufgegriffen, die am 5. März von 10 bis 17 Uhr einen Informationstag ausrichtet, um Frauen bei der Planung ihrer Altersvorsorge zu unterstützen. An diesem Tag, der in der Nähe des Internationalen Frauentags am 8. März stattfindet, werden sowohl Frauen, die ihre Altersvorsorge planen, als auch Rentnerinnen, die ihre Haushaltsfinanzen optimieren möchten, angesprochen.
Während des Informationstags finden Einzelberatungen zwischen 10 und 15 Uhr statt. Experten wie Dominik Lemke von der Stadt Münster werden dabei über das Recht auf Grundsicherung im Alter informieren. Zudem gibt Kriminalhauptkommissarin Alexandra Bruns wertvolle Tipps zu Sicherheitsmaßnahmen für das eigene Zuhause. Irmhild Venschott von der Deutschen Rentenversicherung steht bereit, um individuelle Fragen zur Rente zu beantworten. Gesa Nimwegen von der Verbraucherzentrale Münster erläutert, wie durch Anbieterwechsel bei Strom und Gas finanzielle Entlastung erzielt werden kann.
Vorträge zur finanziellen Aufklärung
Parallel zu den Einzelberatungen finden Vorträge statt, die sich mit verschiedenen Aspekten der Altersvorsorge befassen. Um 11 Uhr erklärt Simone Weinke Lösungen bei Schulden, gefolgt von Anja Krieter von der Verbraucherzentrale NRW, die um 14 Uhr über sinnvolle Versicherungen für Rentnerinnen referiert. Irmhild Venschott behandelt um 15.30 Uhr die Lage von Frauen in der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Vorträge sind auf etwa 60 Minuten angelegt, und eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Interessierte können sich entweder telefonisch oder per E-Mail anmelden.
Insgesamt finden in Münster rund um den Internationalen Frauentag etwa 70 Veranstaltungen statt, die sich mit der Gleichstellung der Geschlechter und den Herausforderungen, denen Frauen in Bezug auf finanziellen Themen gegenüberstehen, befassen. Der Internationale Frauentag soll auf die Gleichstellung hinweisen, wobei Frauen in Deutschland beim Thema Geld noch lange nicht gleichgestellt sind. Der aktuelle Bericht des Statistischen Bundesamts zeigt, dass Frauen im Jahr 2024 im Durchschnitt 16% weniger Bruttoverdienst erhalten als Männer. Dies resultiert häufig aus der hohen Teilzeitarbeit und familiären Verpflichtungen, die die Berufstätigkeit vieler Frauen einschränken.
Empfehlungen für bessere Altersvorsorge
Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, vertreten durch Michael Herte, empfiehlt Frauen, frühzeitig Vorsorge für das Alter zu treffen. Hochqualifizierte Berufe und eine Tätigkeit in Vollzeit stellen die beste Absicherung gegen Altersarmut dar. Frauen sollten jede Gelegenheit zur Weiterbildung und zum beruflichen Aufstieg nutzen. Unterstützungsangebote wie „Frau & Beruf“ der Investitionsbank in Schleswig-Holstein stehen bereit, um Frauen bei ihrer finanziellen Planung zu helfen.
Ein Fahrplan für eine bessere finanzielle Vorsorge könnte folgende Schritte umfassen:
- Kontenklärung bei der Rentenversicherung: Überprüfung der Einzahlungen und Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten.
- Freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung: Wichtig insbesondere für Selbstständige und Hausfrauen.
- Sonderzahlungen für Angestellte über 50 Jahre: Möglichkeit, Rentenabschläge auszugleichen.
- Riesterverträge: Attraktive Zulagen für Mütter, jedoch auf Kosten achten.
- Fondssparplan als flexible Sparform: Regelmäßige Beiträge bieten langfristige Perspektiven.
In Anbetracht der bestehenden Herausforderungen ist es notwendig, die Finanzkompetenz unter Frauen zu fördern und ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, um eine stabilere finanzielle Basis für die Zukunft zu schaffen. Es bleibt zu hoffen, dass Veranstaltungen wie die Informationsveranstaltung in Münster einen wertvollen Beitrag zu diesem Ziel leisten können.