Am heutigen Internationalen Frauentag zeigt eine aktuelle Umfrage des Bundesverbands Deutscher Banken, dass Frauen in Deutschland weiterhin finanziell im Nachteil sind. Frauen verfügen im Durchschnitt über 1.300 Euro im Monat zur freien Verfügung, was etwa 300 Euro weniger ist als der monatliche Betrag der Männer. Dieses Ungleichgewicht zieht sich durch verschiedene Bereiche der finanziellen Planung und des Sparverhaltens.
Der Anteil der regelmäßigen Sparerinnen ist zwar gestiegen – von 45 auf 53 Prozent – doch im Vergleich zu Männern, deren Anteil bei 57 Prozent liegt, bleiben Frauen hinterher. Besorgniserregend ist zudem, dass 16 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer angeben, nichts sparen zu können. Lediglich 32 Prozent der Frauen legen mehr als 200 Euro zurück, während dieser Anteil bei Männern bei 44 Prozent liegt.
Wenig Vertrauen in Finanzkenntnisse
In Bezug auf Investitionen zeigt die Umfrage alarmierende Ergebnisse: 53 Prozent der Frauen haben noch nie Aktien oder Wertpapiere besessen, wobei mangelnde Kenntnisse als häufigster Grund genannt wurde. Der Anteil der aktiven Investorinnen stieg zwar von 25 auf 31 Prozent, bleibt jedoch weit hinter den 47 Prozent der Männer zurück. Außerdem haben 36 Prozent der Männer noch nie aktiv an der Börse investiert.
Ein weiterer Punkt der Umfrage verdeutlicht das geringere Vertrauen von Frauen in ihr Finanzwissen im Vergleich zu Männern. Nur 31 Prozent der Frauen kümmern sich hauptsächlich um Geld- und Finanzangelegenheiten, während dies bei Männern mit 53 Prozent mehr als die Hälfte der Befragten betrifft. In Paarbeziehungen wird von 42 Prozent der Frauen eine gemeinsame Verantwortung für finanzielle Belange betont, im Kontrast dazu sehen nur 29 Prozent der Männer diese Verantwortung als geteilt an.
Ängste um die Altersvorsorge
Ein weiteres besorgniserregendes Ergebnis ist, dass 46 Prozent der Frauen erwarten, im Alter schlechter abgesichert zu sein. Bei den Männern sind es nur 35 Prozent, die diese Besorgnis äußern. Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands, kritisiert die ungleiche Lastenverteilung bei Care-Arbeiten und deren Einfluss auf die Altersvorsorge für Frauen.
Die Ergebnisse der Umfrage unterstreichen die Notwendigkeit, das finanzielle Wissen von Frauen zu fördern und ihnen bessere Möglichkeiten zu bieten, um aktiv an finanziellen Entscheidungen teilzuhaben. RP Online berichtet über die Umfrage, während auch Boersennews weitere Informationen dazu veröffentlicht. Es bleibt abzuwarten, welche Schritte unternommen werden, um diese geschlechtsspezifischen finanziellen Diskrepanzen zu schließen.



