Im Landkreis Nienburg stehen bedeutende Investitionen in erneuerbare Energien an. Geplant sind zwei neue Solarparks in den Orten Lichtenhorst und Lichtenmoor, die eine Gesamtleistung von etwa 100 Megawattpeak erreichen sollen. Laut Die Harke werden die beiden Anlagen zusammen mehr als 28.600 Vier-Personen-Haushalte mit Strom versorgen. Die Kosten für diese Projekte belaufen sich auf über 50 Millionen Euro, und sowohl der Solarpark in Lichtenhorst, der auf etwa 40 Hektar entstehen soll, als auch der Park in Lichtenmoor mit einer Fläche von etwa 50 Hektar, wurden in Zusammenarbeit mit der Enerparc AG und SolarWind Projekt sowie einer Grundstückseigentümergemeinschaft geplant.

Der Bauleitplanungsprozess für die Solarparks hat bereits begonnen. Der nächste Schritt ist die Offenlage, während der Bau in Lichtenhorst im vierten Quartal 2023 und in Lichtenmoor im ersten Quartal 2024 aufgenommen werden soll. Geplant ist, die Anlagen im ersten und zweiten Quartal 2024 in Betrieb zu nehmen. Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist die ökologisch nachhaltige Gestaltung, da Feldgehölze erhalten bleiben und ehemalige Abtorfungsflächen für die Solarparks genutzt werden sollen. Studien zeigen positive Auswirkungen auf die Biodiversität in und um die Photovoltaikanlagen.

Erneuerbare Energien im Fokus

Diese Initiativen sind Teil eines größeren Vorhabens zur Förderung erneuerbarer Energien in Deutschland. Laut Daten des Umweltbundesamtes wird der Anteil erneuerbarer Energien im deutschen Stromsektor 2024 voraussichtlich 54,1 Prozent betragen, mit einer Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen von 285,9 Milliarden kWh. Dieser Anstieg ist besonders beeindruckend angesichts der insgesamt geringeren Witterungsbedingungen in 2024, die zu weniger Wind und Sonne als im Vorjahr geführt haben.

Besonders die Photovoltaik wird einen wichtigen Beitrag leisten: 2024 sollen 75,4 Milliarden kWh Strom aus Solaranlagen erzeugt werden, eine Zunahme von 17 Prozent im Vergleich zu 2023. Mit über 18.000 MW neuer installierter Photovoltaik-Leistung wird eine Verdopplung innerhalb der letzten fünf Jahre erwartet.

Zusätzliche Projekte in Nienburg

Die Stadtwerke Nienburg/Weser GmbH sind ebenfalls aktiv in der Entwicklung nachhaltiger Energiequellen. Neben den Solarparks plant das Unternehmen eine Wasserstofftankstelle in Nienburg, die aus autarker Wasserstoffproduktion versorgt werden soll. Dieses Projekt zielt darauf ab, den öffentlichen Nahverkehr sowie den Schwerlastverkehr mit alternativen Treibstoffen zu beliefern und so zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes beizutragen. Die Wasserstofftankstelle soll bis spätestens Ende 2024 in Betrieb gehen und wird von Land Niedersachsen sowie der EU gefördert.

Darüber hinaus haben die Stadtwerke Nienburg bereits zwei große Photovoltaikanlagen errichtet. Die Anlagen in Schäferhof und Gardelegen haben künstlerische Leistungen von 1.999,20 kWp und 499,5 kWp und sind bedeutende Bestandteile der Energieerzeugung des Unternehmens. Diese Entwicklungen im Landkreis Nienburg zeigen somit ein starkes Engagement in der Energiewende und die Überzeugung von der Notwendigkeit, erneuerbare Energien weiter auszubauen und zu nutzen.